Krawalle in Schweden flauen ab

27. Mai 2013, 12:02
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Nur noch vereinzelte Fälle von Brandstiftung - Zwei Fahrzeuge in Stockholm brannten aus

Stockholm - Starker Regen und verstärkte Polizeipräsenz haben die über das Wochenende abgeflauten Krawalle rings um Stockholm weiter eingedämmt. Die Nacht auf Montag sei eine der ruhigsten seit Beginn der Ausschreitungen in Schwedens Hauptstadt vor einer Woche gewesen, teilte die Polizei mit. Anders als zuvor hätten die Randalierer keine Autos mehr angezündet, um gezielt Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute anzulocken und dann mit Steinen zu bewerfen. Brandstiftung wurde nur noch vereinzelt gemeldet, in den Stadtteilen Flemingsberg und Kista brannten zwei Fahrzeuge aus.

Ein Kindergarten am Rande Stockholms wurde durch ein Feuer schwer beschädigt, der Zusammenhang mit den Ausschreitungen ist Ermittlern zufolge aber nicht erwiesen. Die Zeitung "Allehanda" berichtete auf ihrer Webseite, dass am Sonntagabend im 160 Kilometer östlich von Stockholm gelegenen Örebro drei Autos angezündet wurden. Da am Wochenende sowohl in Örebro als auch in Uppsala und Linköping mehrere Autos und Gebäude gebrannt hatten, war die Furcht vor einer landesweiten Ausbreitung der Krawalle gewachsen.

Verstärkte Polizeipatrouillen

Polizisten aus den Großstädten Göteborg und Malmö, wo es in den vergangenen zehn Jahren zu ähnlichen Ausschreitungen gekommen war, konnten die gespannte Lage auf den Straßen der Stockholmer Problembezirke zusammen mit Anrainerpatrouillen nach Polizeiangaben wieder beruhigen. "Die Leute haben anscheinend verstanden, dass man Probleme nicht durch die Zerstörung der eigenen Umgebung lösen kann", sagte ein Polizeisprecher im öffentlichen Rundfunk.

Debatte um Einwanderung

Die Krawalle hatten am Sonntag vor einer Woche im von sozialen Missständen geprägten und vorwiegend von Einwanderern bewohnten Stockholmer Vorort Husby begonnen, nachdem Polizisten einen 69-jährigen Mann erschossen hatten. Örtliche Aktivisten warfen der Polizei übertriebene Gewaltanwendung vor und gaben an, von den Beamten als "Herumtreiber" und "Affen" beschimpft worden zu sein. Die Gewalt weitete sich später auf andere Viertel aus und führte zu einer landesweiten Debatte über die Integration von Immigranten, die rund 15 Prozent der schwedischen Bevölkerung ausmachen und überdurchschnittlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind. (APA, 27.5.2013)

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