Ausschreitungen bei Protesten gegen gleichgeschlechtliche Ehe

27. Mai 2013, 10:53
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Innenminister macht Rechtsextreme für Gewalt verantwortlich - Mehr als 290 Menschen wurden festgenommen

Paris - Der Widerstand gegen die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule in Frankreich lässt kaum nach: In Paris kam es am Sonntag erneut zu Massenprotesten und schließlich zu schweren Ausschreitungen. Hunderte Randalierer lieferten sich am Sonntagabend zwei Stunden lang auf dem Platz vor dem Invalidendom Auseinandersetzungen mit der Polizei, unter anderem griffen sie die BeamtInnen mit Flaschen, Steinen, Eisenstangen und Rauchbomben an und skandierten "Frankreich den Franzosen" und "Diktatur der Sozialisten".

Nach Angaben der Sicherheitskräfte gab es sechs Leichtverletzte: vier PolizistInnen, ein Demonstrant sowie ein AFP-Fotograf. Mehr als 290 Menschen wurden festgenommen. Innenminister Manuel Valls machte rechtsextreme Gruppierungen für die Gewalt verantwortlich.

4.500 PolizistInnen im Einsatz

Zuvor hatten zehntausende Menschen friedlich gegen die umstrittene Reform demonstriert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 4.500 BeamtInnen im Einsatz. Sie sprach von etwa 150.000 Teilnehmern, die Veranstalter von gut einer Million. Das Gesetz zur Einführung der Ehe für Lesben und Schwule, eines der zentralen Wahlversprechen des sozialistischen Staatschefs Francois Hollande, war Ende April vom Parlament endgültig beschlossen worden und trat am 18. Mai in Kraft. Es räumt gleichgeschlechtlichen Paaren neben der Eheschließung auch ein Adoptionsrecht ein.

Die prominenteste Gegnerin des Gesetzes, Virginie Tellenne (alias Frigide Barjot), nahm an den Protesten dieses Mal nicht teil. Sie erhielt vor der Demonstration Drohnungen, weil ihre Forderungen zu wenig weit gehen würden. Angesichts der Gewaltwarnungen wurde ihr Polizeischutz gewährt.

Erzkatholische und Rechtsextreme

Zu der Demonstration hatte die Organisation "Demo für alle" aufgerufen, die seit Monaten gegen das Gesetz der "Ehe für alle" mobil macht. Eine erzkatholische Gruppierung versammelte sich zu einer separaten Kundgebung. An den Kundgebungen beteiligten sich auch PolitikerInnen der konservativen Oppositionspartei UMP und der rechtsextremen Partei Front National. Bereits in den vergangenen Monaten waren zahlreiche Rechtsextreme bei den Demonstrationen gegen die Öffnung der Ehe mitgelaufen und hatten anschließend randaliert.

Am Mittwoch soll Frankreichs erste gleichgeschlechtliche Ehe in Montpellier geschlossen werden. Dort wollen sich zwei Männer das Jawort geben. (APA, red, dieStandard.at, 27.5.2013)

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    Die "Demo für alle". "Alle" meint hier aber nicht Lesben und Schwule.

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    Am Sonntag formierten sich in Paris rechtsradikale Gruppen gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen.

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    Eine jugendliche Demonstrantin: "Es lebe Papa und es lebe Mama" ist auf ihrem Transparent zu lesen.

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