KTM: Husaberg ade, Husqvarna gibt Gas

27. Mai 2013, 20:28
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Die Offroad-Marke Husaberg geht - nämlich in Husqvarna auf, nachdem Pierer Husky von BMW gekauft hat. Die letzten Berge kommen 2014

Jetzt kennen wir endlich den Plan hinter KTM-Boss Pierers Kauf der Marke Husqvarna. Husqvarna ist einer der drei ältesten Motorradhersteller, die immer noch produzieren. Royal Enfield ist der älteste – auch wenn nicht alle die Kapitel mit Enfield India als "ununterbrochen produziert" gelten lassen. Husqvarna wäre dann der zweitälteste Hersteller – nur Harley-Davidson sagt, dass die historischen Aufzeichnungen nicht so genau sind, dass man wirklich sagen könnte, dass die erste Husky vor den ersten Harleys fertig wurde. Egal - das nur als Erklärung für die schwammige Formulierung "einer der drei ältesten Hersteller."

Jedenfalls: 1903 entsteht in Schweden die erste Husqvarna. 1916 gewinnt eine Husky das erste Mal Gold in einem Rennen. 1987 wird die Motorradproduktion von Husqvarna an Cagiva verkauft und übersiedelt ins italienische Varese. Das passt nicht allen Mitarbeitern - und jene Husky-Schweden, die nicht in den Süden wechseln wollen, gründen mit Husaberg quasi ein Folgeunternehmen.

Wechselvolle Geschichte

1995 kauft KTM Husaberg, 2007 BMW Husqvarna, und nun, Anfang des Jahres, kauft KTM Husqvarna von BMW. Die Frage, die sofort im Raum stand: Was macht Pierer nun mit drei Offroadmarken? KTM, Husaberg und Husqvarna? Vor allem, nachdem er Husaberg neben KTM erfolgreich am Heimatmarkt im Endurosport unterbringen konnte. Jetzt haben wir die Antwort: "Wir bringen zusammen, was zusammen gehört. 2013 wird als das Jahr der Wiedergeburt für Husqvarna in die Motorradgeschichte eingehen", ist das Unternehmen überzeugt.

"Durch die Kombination des eigenen reichen Erbes mit der State-of-the-art-Technologie von Husaberg, will Husqvarna in eine neue Ära starten." Der Sitz der Husqvarna Motorcycles GmbH wandert nach Mattighofen, am Standort Biandronno in Varese kümmert man sich um die Ersatzteile der bestehenden Modelle.

Die letzten Berge

Die Pierer Industrie AG arbeitet schon an den neuen Modellen, die in den Segmenten Enduro, Motocross, Sportminicycles und Supermoto aufzeigen sollen. Anfang November werden die ersten Modelle auf der EICMA in Mailand präsentiert. Davor präsentiert Husaberg aber noch das neue Modellprogramm - KTM-Konzern-typisch schon jetzt für 2014. Es sind die letzten Berge, die es geben wird, und sie sind beinhart auf Enduro getrimmt. Alle sieben Modelle bekommen ein neues Fahrwerk-Setup von WP.

Für die FE 250 gibt es 2014 einen neuen Motor, der mehr Drehmoment und mehr Leistung als sein Vorgänger hat. Mehr Schwungmasse, ein kürzerer Hub und ein neuer Zylinderkopf sind dafür verantwortlich. Der neue Auspuff wurde an den Motor angeglichen. Die 250er-4-Takter hat jetzt zudem die identischen Fahrwerkseinstellungen wie die 350er, und beide bekommen einen neuen Rahmen. Dieser ist leichter und soll Traktion und Handling verbessern.

Zahlreiche Überarbeitungen

Doch auch die weiteren Modelle haben in ihrem letzten Modelljahr Modifikationen erhalten - die dann wohl schon in die erste Husqvarna-Modellreihe unterm Pierer-Zepter einfließen werden. Wer also noch eine letzte Husaberg will, kauft eher bald. Besser werden sie nicht mehr - und wenn es sie nicht mehr am Markt gibt, werden sie wohl bald auch teuerer und begehrter. (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 27.5.2013)

Überblick der Modifikationen der 2014er Husaberg-Modelle:

FE 250

  • neuer, stärkerer Motor
  • neuer Rahmen
  • kein Kickstarter mehr
  • neuer Auspuff

FE 350

  • kein Kickstarter mehr
  • DDS Kupplung
  • überarbeitete Gleitlager im unteren Pleuellager
  • FE 450 und FE 501
  • leichterer Motor
  • optimierte Zylinderkopfdichtung
  • überarbeitete Gleitlager im unteren Pleuellager
  • Pankl-Pleuel

TE 125

  • neue Vergaserbedüsung
  • neues Kolbenschliffbild

TE 250

  • neuer Zylinderkopf
  • modifizierte Zündkurve
  • neue Vergaserbedüsung
  • stärkere Batterie

TE 300

  • neuer Zylinderkopf
  • neue Tellerventile
  • neues Einspritz-Mapping
  • stärkere Batterie

Link

Husaberg

  • Für Husaberg geht es bald nicht mehr so steil bergauf: Die Marke geht in Husqvarna auf.
    foto: husaberg

    Für Husaberg geht es bald nicht mehr so steil bergauf: Die Marke geht in Husqvarna auf.

  • Das Modelljahr 2014 erfuhr dennoch zahlreiche Modifikationen.
    foto: husaberg

    Das Modelljahr 2014 erfuhr dennoch zahlreiche Modifikationen.

  • Die Husaberg FE 250 wurde von Grund auf renoviert: Neuer Motor, neuer Rahmen, noch mehr Offroad.
    foto: husaberg

    Die Husaberg FE 250 wurde von Grund auf renoviert: Neuer Motor, neuer Rahmen, noch mehr Offroad.

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