Geringes Interesse an Teilkommunalwahl in Italien

26. Mai 2013, 21:23
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Lediglich 34 Prozent gingen bis 19 Uhr zu den Urnen - Resultate am Montagabend

Rom - Bei den Teilkommunalwahlen am Sonntag und Montag, zu denen sieben Millionen Italiener aufgerufen sind, zeichnet sich eine niedrige Wahlbeteiligung ab. Um 19:00 Uhr beteiligten sich lediglich 34 Prozent der Wahlberechtigten am Urnengang, das sind elf Prozent weniger als vor fünf Jahren, teilte das italienische Innenministerium am Sonntag mit. Gewählt wird am Sonntag bis 22:00 Uhr. Am Montag sind die Urnen von 07:00 bis 15:00 Uhr offen. Mit Resultaten ist am Montagabend zu rechnen.

Die größten am Urnengang beteiligten Kommunen sind neben Rom, 15 Provinzhauptstädte, darunter Ancona, Brescia, Pisa, Siena, Treviso und Vicenza. Sollte in den Gemeinden mit über 15.000 Einwohnern kein Bürgermeisterkandidat beim ersten Wahlgang die Stimmenmehrheit erhalten, finden dort am 9. und 10. Juni Stichwahlen statt.

Alemanno kämpft um Wiederwahl

Das Interesse der Medien konzentriert sich auf die Wahl in der Hauptstadt Rom mit ihren fast drei Millionen Einwohnern. Hier kämpft der seit 2008 amtierende Mitte-rechts-Bürgermeister Gianni Alemanno, ein Vertrauensmann von Ex-Premier Silvio Berlusconi, um die Wiederwahl. Alemannos gefährlichster Rivale ist der Mitte-links-Kandidat Ignazio Marino. Im Wahlkampf versprach Marino eine tief greifende Erneuerung in der von der wirtschaftlichen und politischen Krise schwer belasteten Hauptstadt. Als dritter Bürgermeisterkandidat geht der Baulöwe Alfio Marchini mit einer eigenen linksorientierten Bürgerliste um das Bürgermeisteramt ins Rennen.

Die Kommunalwahlen sind der erste wichtige Wahltest für die politischen Parteien nach den Parlamentswahlen vom Februar, die mit einem Patt ausgingen. Vor allem die Demokratische Partei (PD) um Premier Enrico Letta will als führende Mitte-links-Kraft ihre Popularität testen, nachdem die Regierung ihren Kurs aufgenommen hat. Sollte Berlusconis Volk der Freiheit (PdL) als stärkste Partei abschneiden, wie Umfragen es nahelegen, könnte es erneut zu Parlamentswahlen in Italien kommen. (APA, 26.5.2013)

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