Serbenführer Dodik: "Bosnien ist ein Teufelsstaat"

26. Mai 2013, 21:06
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"Ich glaube nicht an die Fortdauer von Bosnien-Herzegowina"

Belgrad/Sarajevo - Der bosnische Serbenführer Milorad Dodik hat erneut die Existenz Bosnien-Herzegowinas infrage gestellt und einen hohen US-Diplomaten beschimpft. "Bosnien ist ein Teufelsstaat", sagte der Präsident des serbischen Landesteils Bosniens, Milorad Dodik, der Belgrader Zeitung "Politika" (Sonntag). Der Abteilungsleiter im US-Außenministerium, Philip Reeker, der Dodik vor einigen Tagen des Separatismus beschuldigt hatte, sei "nur ein Verwaltungsmensch des US State Department, der absolut unzuständig für Bosnien ist".

"Ich glaube nicht an die Fortdauer von Bosnien-Herzegowina", sagte Dodik weiter. Die beiden fast unbegrenzt selbstständigen Landeshälften - neben dem serbischen der von Muslimen und Kroaten geführte zweite Landesteil - "besitzen mehr staatsbildende Elemente als Bosnien selbst. Bosnien hat keine Quelle der Staatlichkeit." Die Verwaltung des Gesamtstaates mit 22.000 Beschäftigten sei "ein Monstrum, das wirtschaftlich nicht zu verkraften ist".

Einem Beitritt Bosniens zur NATO, der mittelfristig von den USA und der EU angestrebt wird, erteilte Dodik eine klare Absage. Das Land könne "natürlich nicht" ohne die Zustimmung seiner Republika Srpska näher an das Bündnis rücken. Und die Serben seien strikt dagegen. (APA, 26.5.2013)

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