Salzburger Verkehrslösung erneut verschleppt

26. Mai 2013, 18:33
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Die Verkehrs-Neuregelung für die Salzburger Altstadt wird erst nach den Festspielen umgesetzt. Die Innenstadtsperre gibt es diesen Sommer nicht. Für die zuständige Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) hagelt es Kritik von allen Seiten

Salzburg - Der alljährliche Sommer-Verkehrskollaps in der Salzburger Altstadt steht vor der Tür, doch die beschlossene Neuregelung des Verkehrs wurde erneut auf die lange Bank geschoben.

Ab Anfang Juni hätte die Griesgasse eigentlich für den Autoverkehr gesperrt und im Gegenzug der Franz-Josef-Kai beim Rot-Kreuz-Parkplatz an der Salzach zum Gegenverkehrsbereich mit Tempo 30 werden sollen. Statt Baustellen, Autos und Bussen - wie sich die Griesgasse derzeit präsentiert - sollten die Gasse als Flaniermeile Fußgänger zum Verweilen einladen und nur noch O-Busse durchrollen.

Beginn nach den Festspielen

Nun verzögert sich das Verkehrskonzept erneut. Baustädträtin Claudia Schmidt (ÖVP), die nun mit der Umsetzung beauftragt wurde, erklärte, erst nach den Salzburger Festspielen könne begonnen werden. Wegen der bestehenden Baustellen und der notwendigen Umbaumaßnahmen am Museumsplatz sei die zweite Septemberhälfte für den Projektstart angepeilt. 600.000 Euro wird die Neuregelung kosten, 200.000 davon allein das Umhängen der Oberleitungen.

Für die bevorstehenden Sommermonate werde wieder die sogenannte Schlechtwetterverordnung in Kraft treten. Der Urlauberverkehr wird bei Regen auf Sammelparkplätze umgeleitet. An schönen Tagen darf der Individualverkehr aber diesen Sommer wieder durch die Altstadt fahren. Die viel kritisierte Innenstadtsperre wird nicht schlagend.

Kritik hagelt es von der Salzburger Verkehrsplattform, die ein öffentliches Hearing mit den Verantwortlichen fordert. Das Ziel, die Altstadt vom Autoverkehr zu entlasten, sei aufgegeben worden. Plattformsprecher Peter Haibach liebäugelt schon mit einem Bürgerbegehren gegen das Projekt.

"Staus in alle Richtungen"

Auch die Salzburger Bürgerliste sieht mit der vereinbarten Regelung das " Verkehrschaos programmiert" und lehnt diese entschieden ab. Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) prognostizierte "Staus in alle Richtungen", da die Verkehrsströme lediglich verlagert werden. Er bevorzugt die von Verkehrsexperten vorgeschlagene Variante 3.

Die von der Staatsbrücke kommenden Autos dürften bei dieser Variante nicht rechts zum Hanuschplatz abbiegen, und auch vom Neutor gäbe es keine Durchfahrt bis zur Staatsbrücke. Die Variante könnte noch vor dem Sommer umgesetzt werden, würde den Durchzugsverkehr stoppen und wäre günstiger, meint Padutsch.

Die SPÖ, die sich zusammen mit der ÖVP auf das neue Konzept im März geeinigt hat, kritisiert die schleppende Umsetzung. SP-Gemeinderat Gerhard Auinger bezeichnet die Baustadträtin als "Meisterin im Verzögern von Projekten" und wirft Schmidt vor, den Gemeinderat nicht informiert zu haben. (Stefanie Ruep, DER STANDARD, 27.5.2013)

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    Im Sommer 2012 wurde eine Innenstadtsperre für den motorisierten Verkehr in Salzburg eingeführt. Heuer kommt diese nicht.

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