Lavantbrücke: SPÖ vermutet illegale Parteienfinanzierung

26. Mai 2013, 15:57
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Kosten stiegen um 1,4 Millionen Euro - Dörfler hat ohne Beanstandung bezahlt, berichtet "Profil"

Klagenfurt - Die Kärntner SPÖ wird erneut eine Anzeige gegen den früheren Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) wegen Ungereimtheiten beim Bau der Umfahrung von Bad St. Leonhard einbringen. Beim Bau einer Brücke für die Umfahrung seien die Kosten um 1,4 Millionen Euro gestiegen. Dörflers Verkehrsreferat habe ohne Beanstandung bezahlt, obwohl die verrechneten Leistungen teilweise nicht nachgewiesen wurden und nicht der Ausschreibung entsprachen, so die SPÖ. 

Kosten stiegen auf 3,7 Millionen Euro

Das Nachrichtenmagazin "Profil" hatte am Samstag berichtet, dass die Kosten für den Bau der Lavantbrücke von 2,3 auf 3,7 Millionen Euro gestiegen waren. Etwa seien Erschwernisse durch Winterarbeit mit 86.000 Euro zusätzlich verrechnet worden, obwohl diese Kosten laut Ausschreibung ins Angebot einzurechnen gewesen wären. Die ausführende Baufirma Massivbau habe im Jahr 2009 Rechnungen von einer FPK-Werbeagentur für "Layout-Beratung" erhalten und bezahlt. Weder Dörfler noch die Baufirma hatten zu den Vorwürfen Stellung genommen.

Seiser vermutet illegale Parteienfinanzierung

Der Kärntner SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser sagte in einer Aussendung am Samstag, dass der Verdacht der illegalen Parteienfinanzierung bei dem Projekt immer schon im Raum gestanden sei. Zunächst habe er das Ergebnis einer Endprüfung des Landesrechnungshofs abwarten wollen, nun erstelle er aber eine Anzeige auf Basis des "Profil"-Berichts.

Ragger: Kosten durch Planungsfehler

FPK-Chef Christian Ragger wies die Vorwürfe zurück. Die FPK werde das Magazin und SPÖ-Klubobmann Seiser wegen Verleumdung klagen. Die Mehrkosten für die Brücke seien durch einen Planungsfehler entstanden. Das Land werde sich am Planungsbüro schadlos halten, ein entsprechender Prozess sei derzeit im vorgerichtlichen Stadium. (APA, 26.5.2013)

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