Deutschland: Hunderte Kinder per Hubschrauber mit Insektengift besprüht

25. Mai 2013, 16:10
  • 20 Kinder mussten wegen Augen- und Hautreizungen im Krankenhaus behandelt werden.
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    20 Kinder mussten wegen Augen- und Hautreizungen im Krankenhaus behandelt werden.

Gifteinsätze gegen Eichenprozessionsspinner über Schule und Kindergarten - 20 Kinder im Krankenhaus behandelt

Berlin - In Deutschland kam es in den vergangenen Tagen zu zwei Zwischenfällen bei Sprüheinsätzen mit dem biologischen Insektengift Dipel ES. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind auf einem Kindergarten-Spielplatz in Brandenburg an der Havel am Donnerstag etwa 50 Kinder bei einem Hubschraubereinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner mit dem Insektengift Dipel ES besprüht worden. Die für den Einsatz zuständige Oberförsterei Lehnin räumte gegenüber der "Märkischen Allgemeinen" vom Samstag ein, dass "Reste vom Abtrift" des Giftes das Kindergarten-Gelände getroffen haben könnten.

Bei einem weiteren Zwischenfall am Freitag im nordrhein-westfälischen Dorsten wurden mindestens 200 Kinder mit Insektengift besprüht. Der Termin für den Insektizid-Einsatz über einer Grundschule sei verschoben worden, offenbar wurde die Schule jedoch nicht darüber informiert. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, mussten 20 Schüler im Krankenhaus behandelt werden. Sie hatten Augen- und Hautreizungen erlitten.

Umweltschützer warnen vor großflächigen Einsätzen

Gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners, dessen Gift starke Hautreizungen auslösen kann, wird derzeit in mehreren deutschen Bundesländern von Hubschraubern aus mit dem Gift Dipel ES vorgegangen. Das Gift Dipel ES gilt verglichen mit anderen Insektenvernichtungsmitteln als relativ gesundheits- und naturschonend. Reizungen der Haut könnten aber nicht ausgeschlossen werden, hieß es seitens der Behörden. Die Stadt habe deshalb vorab über die Aktion informiert und die Bevölkerung aufgefordert, bei den Hubschraubereinsätzen nicht ins Freie zu gehen, schrieb der "Spiegel" in seiner Onlineausgabe.

Umweltschützer warnen indes vor den großflächigen Sprüheinsätzen, weil dies auch andere Tierarten wie Schmetterlingslarven oder brütende Vögel schädigen könne. Als Alternative könnten Nester des Eichenprozessionsspinners auch abgesaugt werden, was aber aufwendiger ist. (APA/red, 25.5.2013)

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Was lese ich da hat der Pilot doch mutmaßlich die Kinder mit den Insekten verwechselt?

Wenigstens gibt die Quotenfrau den Gesundheitsaposteln saueres.

Die für den Einsatz zuständige Oberförsterei Lehnin räumte gegenüber der "Märkischen Allgemeinen" vom Samstag ein, dass "Reste vom Abtrift" des Giftes das Kindergarten-Gelände getroffen haben könnten.

Es ist tatsächlich billiger per Hubschrauber gegen den Eichenspinner vorzugehen, als die Nester abzusaugen?

Eigentlich traurig, dass für viele Dinge Geld da ist, nur für die offensichtlich vernünftigste Maßnahme - das Absaugen - nicht.

mein wald

besteht hauptsächlich aus fichten, buchen, bergahorn und wenig eichen.
stellen Sie sich mal vor, Sie müssten in einem eichenwald die nester absaugen.
kalkulieren Sie mal 1ha
10ha, 100ha... ;-)

Sie verstehen das problem?
Sie können aber gerne einmal bei mir im wald die wenigen eichen suchen. wenn Sie alle binnen einer woche finden, bekommen Sie den aufenthalt gratis und 1000 euronen prämie
viel glück!
ps:
es sind mit allmende 470 ha ;-) relativ weglos ;-)

Leider trifft`s immer die Falschen!

In den Steinhofgründen in Wien steht einfach ein Schild, auf dem es heisst, man solle von den Eichen wegbleiben. Scheint problemlos zu funktionieren...

das problem

sind auch nicht so sehr die frischen raupen, sondern das, was trocken nach dem schlüpfen überbleibt, vom wind vertragen wird und überall anhaftet.

So ein Pech aber auch

Zwar ist Dipel ES lt. Angabe der Herstellerfirma Stähler für Bienen ungefährlich, jedoch offensichtlich nicht für Kinder.

Sie verwexern da was

nicht das mittel ist reizend, sondern anscheinend das benetzungsmittel, bzw. das öl, das die auswaschung verhindern soll.
ich hab auch den leisen verdacht, dass die meisten hautreizungen in hektischen flecken der hyperventilierenden mütter bestanden. ;-)

Nun, WENN schon gespritz werden muss,

wo waren dann die Leute mit a Bissl Verstand, die die Aktion auf schul- und kindergartenfreie Tage verlegt haben? Auf Urlaub?

ergo

fände ich es besser, die lieben kleinen in betroffenen gebieten nicht mehr ins freie zu lassen, damit sie von der raupendermatistis verschont werden.
im übrigen bin ich natürlich der meinung, dass das spritzen vorsichtiger gemacht werden sollte, bzw. das benetzungsmittel weggelassen werden sollte. das zeug kann man nämlich auch nur mit wasser verspritzen, nur braucht man dann mehr und muss öfter spritzen.
die probleme dürfte das benetzungsmittel machen.

nur amit wir wissen, wovon wir reden

für den menschen gefährlich sind die haare (Setae) des dritten larvenstadiums (Mai, Juni) des Eichen-Prozessionsspinners. sie halten sich auch an den kleidern und schuhen und lösen bei berührungen stets neue toxische reaktionen aus. Die (fast unsichtbaren) brennhaare dringen leicht in die haut und schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren häkchen fest. Die raupendermatitis kann sich in drei verschiedenen klinischen erscheinungsbildern zeigen

ich wär froh

wenn es diese biospritzmittel nicht gäbe, weil dann würde ein betretungsverbot für betroffene wälder ausgesprochen und die "naturliebenden" barbaren würden nicht hemmungslos überall herumloipen ;-)
bzw. es würde ihnen schnell vergehen ;-)

Das Betreten Ihres Waldes

... bereitet mir immer ein besonderes Vergnügen ;-)

tipp

verkleiden Sie sich bitte und verhalten Sie sich nicht wie eine wildsau, ich bin schon reichlich altersfehlsichtig (+ überhaupt schwer schasaugad) ;-)

wenn Sie mir einen anblick bieten, legen Sie sich bitte flach auf den boden, meine hunde checken Sie dann ;-)

auch das laute nennen von titel, name und anschrift wär von vorteil, das machen die schwarzkittel nämlich selten ...

Von oben mit Insektengift, von unten bald mit Fracking-Chemikalien

zur Gewinnung von Erdgas.

Wir haben anscheinend beschlossen, uns den eigenen Ast abzusägen, an dem wir sitzen.

nun ja

sie sind nicht wirksam gegenüber adulten insekten (vollkerfe) und nutzorganismen. darüber hinaus sind keine schädlichen auswirkungen auf menschen, säugetiere, vögel, amphibien, reptilien und fische bekannt.
bestimmte raupen und larven werden geschwächt, weil sie durchfall bekommen und so nicht ausreifen.

Andere Tiere wie Schmetterlingslarven?

Spinner SIND Schmetterlinge...und klar fehlen die dann selbst in der Nahrungskette und verwandte Arten werden auch betroffen sein. No na ned.

nur

wenn diese besprühte blätter, die alkalisch (9 grenzwert) sind, bekommen die raupen durchfall. bestimmte bodenbakterien erzeugen dieses protoxin, es ist also im boden praktisch überall, nur halt normaler weise nicht auf eichenblättern.

warum gibts in deutschland keinen billa?

weil die alle keinen hausverstand haben.

Ich hoffe die Kinder sind noch flugfähig.

das ist nicht giftig, weil

nur bestimmte voraussetzungen erst das mittel in gift verwandeln
daher darf es auch im bio landbau verwendet werden

Das kristallisierte protoxin muss gefressen werden.
Im darm muss ein alkalischer pH-Wert vorliegen (pH > 9), um die kristallstruktur aufzulösen.
spezifische proteasen (Enzyme) müssen vorhanden sein, um die ungiftigen protoxine in einem ersten verdauungsschritt in die aktive toxinform zu überführen.
auf dem epithel des mitteldarms müssen die passenden rezeptoren vorhanden sein, damit das toxin über seine spezifische schlüsselstruktur an die epithelmembran andocken kann (schlüssel-schloss-prinzip).

nur wenn alle diese bedingungen erfüllt sind, wirkt das bt-kristallprotein toxisch.

Ihr Posting macht den Eindruck, dass Ihr erster Absatz allgemein gilt für Pflanzenschutzmittel im Biolandbau.

Wenn ich mir Datenschutzblätter von erlaubten Kupfer-Verbindungen ansehe, muss man diese These aber schnell verwerfen.

?

wie meinen?
kupfer wird gegen pilzkrankheiten eingesetzt, das ist aber eine gaaaaanz andere baustelle

Durch Ihr Posting hat man den (falschen) Eindruck, dass im biologischen Landbau nur Stoffe eingesetzt werden dürfen, die unter ganz bestimmten Voraussetzungen zu einem Gift werden.

Sie werden es schon nicht so meinen, aber ich finde, es entsteht der Eindruck.

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