Deutschland: Hunderte Kinder per Hubschrauber mit Insektengift besprüht

  • 20 Kinder mussten wegen Augen- und Hautreizungen im Krankenhaus behandelt werden.
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    20 Kinder mussten wegen Augen- und Hautreizungen im Krankenhaus behandelt werden.

Gifteinsätze gegen Eichenprozessionsspinner über Schule und Kindergarten - 20 Kinder im Krankenhaus behandelt

Berlin - In Deutschland kam es in den vergangenen Tagen zu zwei Zwischenfällen bei Sprüheinsätzen mit dem biologischen Insektengift Dipel ES. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind auf einem Kindergarten-Spielplatz in Brandenburg an der Havel am Donnerstag etwa 50 Kinder bei einem Hubschraubereinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner mit dem Insektengift Dipel ES besprüht worden. Die für den Einsatz zuständige Oberförsterei Lehnin räumte gegenüber der "Märkischen Allgemeinen" vom Samstag ein, dass "Reste vom Abtrift" des Giftes das Kindergarten-Gelände getroffen haben könnten.

Bei einem weiteren Zwischenfall am Freitag im nordrhein-westfälischen Dorsten wurden mindestens 200 Kinder mit Insektengift besprüht. Der Termin für den Insektizid-Einsatz über einer Grundschule sei verschoben worden, offenbar wurde die Schule jedoch nicht darüber informiert. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, mussten 20 Schüler im Krankenhaus behandelt werden. Sie hatten Augen- und Hautreizungen erlitten.

Umweltschützer warnen vor großflächigen Einsätzen

Gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners, dessen Gift starke Hautreizungen auslösen kann, wird derzeit in mehreren deutschen Bundesländern von Hubschraubern aus mit dem Gift Dipel ES vorgegangen. Das Gift Dipel ES gilt verglichen mit anderen Insektenvernichtungsmitteln als relativ gesundheits- und naturschonend. Reizungen der Haut könnten aber nicht ausgeschlossen werden, hieß es seitens der Behörden. Die Stadt habe deshalb vorab über die Aktion informiert und die Bevölkerung aufgefordert, bei den Hubschraubereinsätzen nicht ins Freie zu gehen, schrieb der "Spiegel" in seiner Onlineausgabe.

Umweltschützer warnen indes vor den großflächigen Sprüheinsätzen, weil dies auch andere Tierarten wie Schmetterlingslarven oder brütende Vögel schädigen könne. Als Alternative könnten Nester des Eichenprozessionsspinners auch abgesaugt werden, was aber aufwendiger ist. (APA/red, 25.5.2013)

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