Deutsche Terrorwarnung vor Champions-League-Finale

25. Mai 2013, 12:34
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Laut Spiegel-Bericht öffentliche Veranstaltungen in Deutschland rund um Londoner Finale gefährdet - Deutscher Innenminister: Keine konkreten Erkenntnisse über Anschlagspläne auf Fußball-Fanmeilen

Wegen einer Anschlagswarnung sind laut Nachrichtenmagazin "Spiegel" in Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen für die Feiern rund um das Champions-League-Finale erhöht worden. Dem Bericht zufolge informierte Jörg Ziercke, Chef des deutschen Bundeskriminalamts, die Innenminister der deutschen Bundesländer am Freitag in einer Sitzung über einen Hinweis auf ein möglicherweise in Deutschland geplantes Attentat. Bei den Verdächtigen soll es sich um Islamisten handeln.

Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat nach eigenen Angaben jedoch keine konkreten Erkenntnisse über Anschlagspläne auf Fußball-Fanmeilen. "Deutschland steht seit längerem im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. Es gibt derzeit keine Hinweise auf Anschlagspläne oder Anschlagziele in Deutschland", sagte Friedrich am Samstag nach Angaben seines Ministeriums.

BKA-Chef Zierke sprach dem "Spiegel" zufolge gegenüber den Innenministern von einem "ernstzunehmenden Hinweis". Gefährdet seien diverse öffentlichen Veranstaltungen rund um das Endspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund.  Besucher von Fan-meilen und Public Viewings müssten sich deshalb auf verschärfte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Die Behörden wollen den Zustrom zur zentralen Veranstaltung zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule genau beobachten und auffällige Taschen kontrollieren, berichtet das deutsche Magazin weiter. Ähnliche Maßnahmen solle es auch bei anderen Großveranstaltungen in Deutschland geben.

Warnungen aus Russland

Der ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt berichtet auf seinem Blog, dass die Warnung vom russichen Inlandsgeheimdienst FSB stammen sollen. Entgegen dem Spiegel-Bericht gebe es seinen Informationen zufolge keinen Hinweis auf einen Zusammenhang mit dem Champions-League-Finale oder Public-Viewing-Veranstaltungen, schreibt Schmidt. Die Russen hätten den deutschen Sicherheitsbehörden mindestens einen konkrete Verdächtigen genannt, das BKA gehe nun den Hinweisen nach.

Derartige Hinweise und Warnungen hat es in der Bundesrepublik in der Vergangenheit immer wieder gegeben, im Nachhinein haben sie sich jedoch meistens als falsch herausgestellt. (red, derStandard.at, 25.5.2013)

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