Herr Glück zieht ein

    Rezension24. Mai 2013, 18:35
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    Ein neues Kinderbuch erzählt von zwei gegensätzlichen Nachbarn - und bringt Kindern nahe, was es mit dem (Un-)Glücklichsein auf sich hat

    So gut aufgelegt ist selten ein Mensch. Vielleicht ist das aber so, wenn man Glück heißt. "Am Morgen begrüßte Herr Glück die Sonne, am Abend den Mond und die Sterne, wenn es regnete, den Regen" usw. Herr Glück grüßt offensichtlich gerne - und vor allem wahllos. Dass neben ihm das personifizierte Elend in Form von Frau Unglück wohnt, ist dann irgendwie logisch. "Herr Glück & Frau Unglück" erzählt eben von diesen gegensätzlichen Nachbarn.

    Antonie Schneider und Susanne Straßer geben sich auch sehr viel Mühe, die unterschiedliche Wesensart aufzuzeigen. Die Illustrationen sind plakativ und lassen den kleinen Text dadurch etwas ins Hintertreffen geraten: Bei Herrn Glück blüht der Garten, bei Frau Unglück ist alles grau in grau. Die Geschichte wendet sich an Kinder ab dem vierten Lebensjahr, da passen die ausdrucksstarken Bilder bestens. Beim (Vor-)Lesen wird schnell klar, auf welcher Seite des Hauses man steht.

    Die Sympathien wandern sicher ratzfatz zu Herrn Glück mit seinem sonnigen Gemüt und der positiven Lebenseinstellung. "Wenn er Frau Unglück sah, winkte er ihr freundlich zu", heißt es im Buch. Richtig: Frau Unglück winkt nicht zurück. Der wuchernde Wundergarten wird dann aber auch ihr Herz erweichen. Und am Ende des Bilderbuches darf natürlich auch Frau Unglück ein Stück Glück finden. (Peter Mayr, Album, DER STANDARD, 25./26.5.2013)

    Antonie Schneider, Susanne Straßer
    Herr Glück & Frau Unglück
    Thienemann-Verlag 2013
    32 Seiten, 13,40 Euro

    • Wenn er Frau Unglück sah, winkte Herr Glück ihr freundlich zu.
      foto: thienemann-verlag

      Wenn er Frau Unglück sah, winkte Herr Glück ihr freundlich zu.

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