"Wie in einer anderen Welt"

24. Mai 2013, 17:50
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Nico Rosberg und Lewis Hamilton, die schnellen Trainierer, sind gespannt, wie sich ihr Mercedes im Rennen verhält. Und der exklusive Reifenlieferant Pirelli schließt einen Abschied zu Saisonende nicht aus

Monaco - Seit 2004 gewann im Fürstentum nur ein Pilot, der in der Startaufstellung nicht ganz vorne war. Lewis Hamilton gelang dies im Jahr 2008, als er noch im McLaren unterwegs war, und am Ende der Saison war er Weltmeister. Zuletzt stand Mercedes dreimal in Serie auf der Pole-Position, einmal schaffte es Hamilton, zuletzt zweimal Nico Rosberg. Der Deutsche, der in Monaco lebt, dominierte auch das freie Training. "Wir müssen vorsichtig optimistisch sein", betonte Rosberg. " Es gibt immer noch unser Problem mit der Rennpace. Das ist auch hier entscheidend für ein gutes Resultat."

In Bahrain und Barcelona war der 27-Jährige im Rennen auf die Plätze neun und sechs durchgereicht worden. Grund ist die enorme Reifenbeanspruchung durch sein Dienstfahrzeug. "Wir haben Fortschritte gemacht, aber es gibt noch ein paar Fragezeichen", gestand Rosberg. Die Hoffnung könnte es sein, sich mit einer Ein-Stopp-Strategie durchzuretten, das Feld über die volle Distanz von 78 Runden hinter sich zu halten. Und Kollege Hamilton ist Fan des "Trancezustands" in den Straßenschluchten. "Es ist surreal, wie in einer anderen Welt. Es ist, als ob du ein Raumschiff um die Strecke fährst", erklärte der Brite.

Hamilton stand seit seinem Sieg 2008 in Monaco nicht mehr auf dem Podest, Rosberg war im Vorjahr Zweiter. Sebastian Vettel, der Weltmeister und WM-Führende, war am Freitag mit seinem Red Bull noch nicht glücklich: "Wir müssen schnell schauen, dass wir das Auto zusammenbekommen. Ganz vorne standen wir im Training nicht, das hat Gründe."

Abgesehen davon hat Einheitshersteller Pirelli einen möglichen Abschied aus der Formel 1 zum Jahresende angedeutet und dem andauernden Reifenstreit damit einen weiteren Aspekt hinzugefügt. "Vielleicht sind wir 2014 nicht mehr da", sagte Motorsportdirektor Paul Hembery. Hintergrund ist die ungeklärte Vertragssituation, der Kontrakt läuft aus. "Eigentlich sollen wir den Teams bis zum 1. September alles über die neuen Reifen sagen, was sie wissen müssen. Jetzt haben wir Mitte Mai und noch keinen Vertrag. Das ist lächerlich."

Die Entwicklungszeit sei gerade wegen der technischen Änderung durch die Einführung der neuen Turbomotoren 2014 knapp, die Situation "extrem ernst. Wenn diese Ungewissheit länger andauert, macht sie unseren Job unmöglich. Irgendwann haben wir einfach nicht mehr genug Zeit", sagte Hembery. (APA, sid, red, DER STANDARD, 25.5.2013)

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    Nico Rosberg, der zuletzt zweimal en suite auf der Pole-Position stand, kurvt gern durch Monaco.

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