Geldcoaching: Reiseleitung zu neuen Ufern

24. Mai 2013, 17:16
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Wer mit Geld hadert, sich in materieller Enge befindet oder gar finanziell baden gegangen ist, müsse nicht verzweifeln

Alexander W. ist einer von mehr als 250.000 Einpersonenunternehmern in Österreich. In seiner Firma setzt er einiges in den Sand, und obwohl der Geldregen ausbleibt, steht ihm das Wasser bis zum Hals. Weil Not erfinderisch macht, sucht der seit fünf Jahren als Trainer Selbstständige im Netz nach Hilfe. Er findet jemanden, der sich Geldcoach nennt. Ein Anruf überzeugt ihn, dass er es mit keinem Finanzdienstleister oder Provisionskeiler zu tun hat, er bekommt einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch.

Der Typ ist sympathisch, spricht nicht viel, fragt eher, dann erklärt er, dass es im Geldcoachingprozess darum gehe, das Gleichgewicht zwischen Materie und Geist in ihm wieder herzustellen. Er bietet dem von ewiger Geldnot Geplagten an, mit ihm eine Wüstenreise zu unternehmen. Eine Reise zu dessen Quellen, um seinen Wert zu erkennen, der mehr ist als dessen bloße Arbeitsleistung.

Im Coachingprozess gelte es, einerseits das Leben im totgeglaubten Wüstensand zu entdecken, andererseits die Dämme alter und hinderlicher Prägungen abzubauen, um den Fluss des Geldes wieder in Gang zu setzen, den langersehnten Nilschlamm wieder auf die ausgedörrten Felder zu spülen, um reiche Ernte einzufahren. Den Methodenmix, den er hierfür kreiert hat, nennt er Money-Mind-Balance-Methode.

Der neugierig gewordene Coachee begibt sich also mit dem Geldcoach in das weite Land der Seele. Er stellt mit beliebigen Gegenständen sein Geldsystem auf. Ein Bild wird sichtbar. Es gefällt ihm ganz und gar nicht. Hier aber kann er es ändern, aus eckig wird schließlich rund, ein Lösungsbild entsteht. Mutig geworden, setzt er sich ein Ziel und packt, bevor es losgeht, seinen Rucksack neu.

Altes und unbrauchbar Gewordenes legt er ab, Stärkendes für den Weg packt er ein. Mit leichtem Gepäck macht er sich auf den Weg.

Alte Glaubenssätze neu

Indem er in einem geführten inneren Dialog dem finanziellen Druck eine Stimme gibt, hört und erkennt er plötzlich die dahinterliegenden Glaubenssätze. Sie haben das Verhalten des engagierten Trainers zu Geld und materiellem Reichtum bisher gesteuert. Schritt für Schritt ändert er diese und entspannt dadurch seine Beziehung zu Geld.

Im "solution walk" verbindet er sich mit den Gefühlen, die dabei entstehen, wenn er sich die Zukunft seines Entwicklungsprozesses ansieht. Die Gefühle werden ihm zum Kompass. Je mehr er ihnen vertraut, desto sicherer führen sie ihn zu seinen Oasen, seinen Quellen. Dort labt er sich an dem, was sein Geist ihm alles zu bieten hat, findet neuen Wert und Sinn in seinem Tun.

Kaum ist der gutausgebildete Trainer in seinem Alltag zurück, merkt er, dass diese Reise ihn verändert hat. Er ist freudiger, zuversichtlicher, selbstbewusster geworden, strahlt diese Haltung aus, zieht neue Menschen, Kunden und Umstände an, die er sich zuvor nie hätte träumen lassen.

Der Nilschlamm erfüllt seine Aufgabe, und er kann rechnen, dass er auch weiterhin seine materiellen Felder kräftig düngt, dass er seinen gesteigerten Wert als Gegenwert von der Volkswirtschaft zurückbekommt. (Martin Scheid, ManagementStandard, 25./26.5.2013)

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