Ist es schon Zeit für ein Verbot von Killer-Robotern?

25. Mai 2013, 16:44
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Mark Bishop, Experte für Künstliche Intelligenz, sagt ja und erklärt im "New Scientist", warum

Es mag auf den ersten Blick ein wenig verfrüht klingen, sich Gedanken um ein Verbot von Kampfrobotern zu machen. Aber der Meinung ist Mark Bishop, ein Experte für Künstliche Intelligenz an der Universität London, keineswegs. Bishop gehört der Initiative "Campaign to Stop Killer Robots" an und sagt, es ist höchste Zeit für eine weltweite Resolution gegen den Einsatz vollautonomer Tötungsmaschinen.

Seit Jahren ist der Einsatz von Militärdrohnen massiv im Steigen. Während diese aber noch zumindest beim Einsatz von Waffen von Menschen ferngesteuert werden, ist der nächste Entwicklungsschritt ein System, das auch über den Waffeneinsatz selbst entscheidet. Erste Systeme dieser Art gibt es sogar bereits. Und genau das ist auch der Punkt, der Bishop am meisten Sorge bereitet: die selbstständige Entscheidung.

Angst vor Eskalation

Im Interview mit dem "New Scientist" nennt Bishop zwei Beispiele aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Zum einen der berüchtigte Vorfall "Able Archer 83", bei dem eine NATO-Übung zur Simulation eines Atomkriegs in der Sowjetunion tatsächlich Nuklear-Alarm auslöste - ironischerweise im selben Jahr, in dem der Hollywoodfilm "WarGames" herauskam. 

Zum anderen eine skurrile Randnotiz aus der Welt des Online-Handels: 2011 wurde dort ein Biologie-Buch über Fliegen zu Preisen von mehreren Millionen Dollar angeboten. Der automatisierte Einsatz von Algorithmen zur Preisfindung hatte sich im Fall zweier Verkäufer bis in absurde Höhen hochgeschaukelt. (Wobei es verschiedene Möglichkeiten gibt, warum sie darum rangen, den höheren Preis zu verlangen: Ein beabsichtigter Prestige-Effekt könnte ebenso dahintergesteckt haben wie die Möglichkeit, dass ein Verkäufer die Waren erst einem Zweitanbieter hätte abkaufen müssen und dafür eine Gewinnspanne einkalkulierte.)

Die Anekdote um "The Making of a Fly" klingt lustig, doch weist Bishop darauf hin, dass eine vergleichbare Eskalation ebenso möglich wäre, wenn zwei autonom agierende Systeme aufeinandertreffen, die keinen Preis festsetzen, sondern Waffen auslösen. Das Interview mit dem KI-Experten finden Sie hier:

--> New Scientist: "Why we need to stop military killer robots now"

(red, derStandard.at, 25. 5. 2013)

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