Die Sache mit dem ersten Auto

Kolumne26. Mai 2013, 17:12
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Freude und Tücken eines mobilen Debüts

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Auto? Im Leben eines jungen Menschen ist das eine große Sache, ein echter Höhepunkt. Hat man das, was man oft als nur gerade fahrbar bezeichnen kann, erst in Besitz genommen, könnte das Gesamtpaket - Fahrer und Auto - kaum strahlender sein. In den Wochen nach Erwerb wird jegliche andere Freizeitgestaltung auf ein Minimum reduziert.

Diese neue Mobilität, das Bewusstsein: Ich kann überall hin, die Welt liegt mir zu Füßen - welch euphorisches Gefühl! Sonnenbrille auf, Musik auf max, Arm lässig aus dem Fenster, pfeif' auf die Spritkosten ...

Nur was, wenn der fahrbare Untersatz Mucken macht? Aus dem Leben einer Freundin: Da war diese Motorwarnleuchte. Die wollte partout auf sich aufmerksam machen, strahlte in hellstem Orange. Ihr erschien es harmlos und sie tat, was wir Österreicher gern tun: abwarten. Es folgte Stufe zwei: Wackeln der Lenkung, Ruckeln des Motors. Reaktion wiederum: ignorieren. Gelebter jugendlicher Leichtsinn. Rasch führte eines zum anderen: Rauch, Reparatur, saftige Rechnung.

Ein Schlüsselerlebnis

Es soll sogar schon vorgekommen sein, dass letztendlich mehr für Reparaturen als für den Kaufpreis eines Erstautos draufgingen (na, Tobi? Hat sich Dein 3500-Euro-GTI gerechnet? Bisher 5000 Euro in der Werkstatt gelassen!). Schlüsselerlebnis als Schüsselerlebnis. So wundert es mich nicht, wenn sich die anfängliche Euphorie rasch verliert.

Aber ganz ehrlich, in so einem Häufchen Blech steckt eine Menge Herzblut. Darum ist und bleibt jenes Auto, das die schönsten Erinnerungen in sich birgt, das erste. Schätz' ich mal. (stal, DER STANDARD, 24.5.2013)

  • Eine Motorkontrollleuchte in ihrer ganzen stillen, bedrohlichen Pracht.
    foto: derstandard.at

    Eine Motorkontrollleuchte in ihrer ganzen stillen, bedrohlichen Pracht.

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