Techniker: Pioniere für Saudi-Arabien gesucht

24. Mai 2013, 17:42
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Feuerwehrausrüster Rosenbauer ist Platzhirsch in Saudi-Arabien und sucht Techniker aller Ränge, die sich als Expatriates in den Wüstenstaat wagen

Auftragslage und Absatzvolumina in Europa und den USA sind auch für Rosenbauer, einen der weltweit größten Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, matt und unter dem Durchschnitt früherer Jahre. Der Ausblick ist nicht besser: Fahrzeugaustausch fällt Budgetkürzungen zum Opfer, Kommunen sparen bei Neuanschaffungen. Trotzdem rechnet der im oberösterreichischen Leonding beheimatete Konzern heuer mit 700 Mio. Euro Umsatz, nachdem 2012 mit 645 Mio. auf Rekord bilanziert wurde bei einem Betriebsergebnis (Ebit) von knapp 40 Millionen und einer traditionell hohen Eigenkapitalquote von rund 40 Prozent.

Das Geheimnis dahinter: Expansion im Export. Im Fall des 1866 gegründeten börsennotierten Familienunternehmens mit aktuell rund 2400 Mitarbeitern und Präsenz mit den Produkten in 100 Ländern mit einem besonderen Schwerpunkt in Saudi-Arabien. Dort kommen mittlerweile 40 Prozent des Umsatzes her, und dort baut Rosenbauer nun die Produktion aus und eine Service- resp. Schulungsorganisation auf.

3000 Feuerwehrautos, so Rosenbauer-Personalchef Andreas Berger, seien in Saudi-Arabien bereits im Einsatz, daneben noch 500 Rettungsboote. Wozu Boote in der Wüste? Sollten die Wadis durch starke Regenfälle - in der Vergangenheit kamen dadurch Pilger ums Leben - erneut geflutet werden, wolle man nun besser ausgerüstet sein, erklärt er.

Aufbau eines Servicenetzes

Nun hat Berger allerdings eine neue Herausforderung: Der Aufbau eines Servicenetzes im Land, das die Infrastruktur von 280 voll ausgerüsteten Feuerwehrstationen bedienen kann. In diesem Land ein schwieriges Unterfangen, da die reichen, im Ausland in Eliteschmieden bestens ausgebildeten Saudis dafür schwer rekrutierbar seien.

So wie andere westliche Konzerne auch, arbeite Rosenbauer also mit Fremdarbeitern (aus Indien, Pakistan, den Philippinen) und werde diese "von der Pike auf" schulen. Der Plan: ein Team von 150 Experten aufbauen, 20 bis 30 davon Expatriates.

Dafür sucht Rosenbauer nun erstmals in der Geschichte eines heimischen Unternehmens Kfz-Mechaniker, Maschinenschlosser, Diplomingenieure, die für drei Jahre nach Saudi-Arabien gehen. Voraussetzung sei Englisch, so Berger, und eine Freude an der Wissensvermittlung. Der Arbeitsstandard sei hoch, die Vergütung "den Erschwernissen angemessen".

Gemeint ist etwa die Unmöglichkeit, Familien mitzunehmen. Die Expatriates werden in abgeschotteten Wohnsiedlungen untergebracht, arbeiten im Rhythmus sechs Wochen vor Ort, zwei Wochen in Österreich. Und bei Rückkunft nach erledigtem Auftrag 2016? Garantien gebe es nicht, so Berger, aber wohl bevorzugte Berücksichtigungen im international agierenden Konzern.

Perspektive Richtung Afrika

Natürlich würden kulturelle Trainings und Hilfen angeboten, allerdings redet der Personalchef, frisch zurückgekehrt aus Riad, nicht herum: "Es ist eine ganz fremde Kultur. Ein Land der krassen Widersprüche." Das zu entdecken, dazu müsse man bereit sein.

Dass diese Arbeit einer Pionierarbeit eines "Exportweltmeisters" entspricht, ist eine Tatsache. Allerdings: Wie sicher ist der Auftrag? Allein an jährlichem Ersatz fielen rund 300 Fahrzeuge an, sagt Berger, und Rosenbauer sehe Saudi-Arabien aufgrund der wirtschaftlichen Verbindung als "Hub" für Afrika und den Aufbau sowie die Belieferung der Feuerwehrinfrastruktur auf diesem Kontinent. (Karin Bauer, DER STANDARD, 25./26.5.2013)

  • "Exotische" Chance für Kfz- Mechaniker, Diplom- ingenieure: tausende Feuerwehrfahrzeuge in Saudi-Arabien servicieren, lokales Personal schulen.
    foto: rosenbauer

    "Exotische" Chance für Kfz- Mechaniker, Diplom- ingenieure: tausende Feuerwehrfahrzeuge in Saudi-Arabien servicieren, lokales Personal schulen.

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