Feuergefechte in Kabul zwischen Polizei und Taliban

25. Mai 2013, 08:41
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Taliban sollen sich in Gebäude verschanzt haben

Kabul -Durch einen Selbstmordanschlag der islamistischen Taliban und darauffolgende Gefechte mit der afghanischen Polizei sind am Freitag mindestens drei Terroristen und ein Polizist getötet worden. Zehn Menschen wurden bei der Attacke auf ein von der internationalen Organisation für Migration (IOM) genutztes UNO-Gebäude verwundet, darunter drei IOM-Mitarbeiter und ein Mitarbeiter der Internationalen Arbeitsagentur (ILO). Eine italienische IOM-Mitarbeiterin befinde sich in kritischem Zustand, teilte ein UN-Sprecher in New York mit.

Die radikalen Islamisten zündeten gegen 16:00 Uhr Ortszeit zunächst eine Autobombe vor dem UN-Gebäude und verschanzten sich dann in einem Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wie die Behörden mitteilten. Von dort aus lieferten sie sich stundenlange Feuergefechte mit Sicherheitskräften der afghanischen Polizei sowie norwegischen Spezialkräften, die auch am späten Nachmittag noch andauerten. Die IOM ist zwar keine UN-Organisation, arbeitet in Afghanistan jedoch eng mit den Vereinten Nationen zusammen.

Gästehaus von CIA

Ein Talibansprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon, der Angriff sei "koordiniert" gewesen. Hauptziel war demnach ein Gästehaus, das nach Angaben des Sprechers von Mitgliedern der CIA und des afghanischen Geheimdienstes NDS genutzt wird.

Die Taliban hatten Ende April ihre diesjährige "Frühjahrsoffensive" in Afghanistan gestartet und neue Anschläge angekündigt. Ziel sollten unter anderem Militärflughäfen der NATO-geführten Truppen sowie diplomatische Einrichtungen sein. Am Donnerstag vergangener Woche waren beim bisher schwersten Selbstmordanschlag in Kabul seit Jahresbeginn mindestens 16 Menschen getötet worden. Unter den Toten waren sechs Angehörige der Internationalen Schutztruppe ISAF. (APA/Reuters, 24.5.2013)

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