Analyst hat stärkere Aktienreaktion erwartet

24. Mai 2013, 11:14
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Die RBI-Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als drei Prozent, Stepics Stellvertreter Sevelda könnte die Bank leiten

Wien - Der für die Raiffeisen Bank International (RBI) zuständige Analyst der Erste Group, Günther Hohberger, hat an der Wiener Börse eine noch stärkere Marktreaktion auf den angekündigten Rücktritt des RBI-Vorstandschefs Herbert Stepic erwartet. "Die RBI-Aktien war bis zu 3,3 Prozent im Minus" - weniger als gedacht, sagte Hohberger. Aktuell notieren die RBI-Scheine gar nur noch 1,1 Prozent tiefer.

Die Nachricht sei überraschend gekommen, so der Aktienanalyst. Vor allem weil Stepic bisher argumentiert habe, korrekt versteuert zu haben. Hohberger sieht einen klaren Zusammenhang mit den bekannt gewordenen Offshore-Firmen und dem heute angebotenen Rücktritt. Noch sei der Abschied aber nicht fix. "Es kann sein, dass sich der Aufsichtsrat für Stepic ausspricht und er seinen Vertrag bis 2015 erfüllt", analysiert Hohberger.

"Integrationsfigur" Stepic

Hohberger geht davon aus, dass der Aufsichtsrat noch heute, oder falls die Gremien am Wochenende weiter beraten, spätesten am Montag entscheidet, wie es in der Führungsriege der Bank weiter geht. Am Dienstag stehen zudem die Ergebnisse zum ersten Quartal 2013 an. Diese werde vermutlich Stepics Stellvertreter, Karl Sevelda, präsentieren. Sevelda könnte auch den Vorstandsvorsitz, zumindest vorrübergehend, übernehmen, vermutet Hohberger.

Für Hohberger war Stepic jedenfalls eine "Integrationsfigur" und ein "guter Netzwerker auf politischer Ebene", auch in Osteuropa. Fundamental werde der Rücktritt aber kaum Auswirkungen auf die Perfomance des Bankkonzerns haben. "Die Strategie wird sich nicht ändern", kommentierte Hohberger.

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