Bundesheer am Golan: "Davonrennen gibt es bei uns nicht"

24. Mai 2013, 07:47
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Der neue Generalstabschef Commenda will den UNO-Einsatz aus dem Wahlkampf heraushalten

Wien/New York/Damaskus - Der neue Generalstabschef des Bundesheers, Othmar Commenda, hat vor einem Missbrauch des Golan-Einsatzes im bevorstehenden Wahlkampf gewarnt. "Das haben sich die Soldaten nicht verdient." An einen Abzug der Truppe denkt er nicht. "Wir Soldaten bleiben, solange man uns braucht. Davonrennen gibt es bei uns nicht", so Commeda.

Sollte es tatsächlich zu einem Ende der jahrzehntelangen Mission kommen, sei das eine Entscheidung der Politik. Die Gefahrenlage sei keine Frage, die sich das Militär stelle. Für das Militär gebe es daher auch keine rote Linie, ab der man die Mission nicht mehr erfüllen könne. Commenda hofft jedenfalls, dass der Einsatz weitergeführt wird und sein im nächsten Jahr bevorstehendes 40-jähriges Jubiläum erreicht.

Auf den Golanhöhen zwischen Syrien und Israel sind rund 1.000 UN-Soldaten stationiert, um den schmalen Grenzstreifen zwischen Syrien und Israel zu kontrollieren. 380 von ihnen stammen aus Österreich. Die Kämpfe in Syrien greifen zunehmend auf diese Grenzregion über, die UNO-Soldaten wurden beschossen und sogar entführt. Andere Länder wie Japan und Kroatien haben wegen der zunehmenden Gewalt ihre UN-Soldaten bereits abgezogen. Soldaten aus Österreich, Indien und den Philippinen sind noch dort stationiert. Sollte sich Österreich ebenfalls zu einem Rückzug entschließen, könnte die gesamte Mission gefährdet sein. (APA, 24.5.2013)

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    380 Österreicher schützen die Waffenstillstandslinie zwischen Israel und dem Bürgerkriegsland Syrien.

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