Slowenien besorgt über Schicksal von Kärntner Radio dva

4. August 2003, 13:18
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Laibach unterstützt Minderheitensender mit 705.000 Euro

Wegen großer Anteilnahme der Öffentlichkeit am Schicksal des Kärntner slowenischen Radio dva hat am Mittwoch das slowenische Außenministerium einige "Klarstellungen" veröffentlicht, wie die Nachrichtenagentur STA berichtet. Außenminister Dimitrij Rupel habe seit dem vergangenen Oktober seine österreichische Kollegin Benita Ferrero-Waldner (V) "mehrmals ermahnt", dass der Entzug österreichischer finanzieller Unterstützung für das Radioprogramm die Medienversorgung der slowenischen Minderheit in Kärnten "ernstlich bedrohen" würde. Das Problem hätten auch der slowenische Regierungschef Anton Rop und der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) zwei Mal besprochen.

Finanzielle Unterstützung aus Slowenien

Wie das slowenische Außenministerium erläutert, sei man sich dessen bewusst, welche Bedeutung Radioprogramme in slowenischer Sprache für die slowenische Minderheit in Österreich haben. Deshalb habe man am Anfang des laufenden Jahres dafür gesorgt, dass beide slowenische Stationen, Radio dva und Agora, aus Laibach finanzielle Unterstützung bekommen. Im Staatsbudget wurden für das Jahr 2003 1,6 Mrd. Tolar (6,82 Mio. Euro) für alle slowenischen Minderheiten bereitgestellt, auf die slowenische Minderheit in Österreich entfallen 561 Mio. Tolar (2,39 Mio. Euro). Für die Programme beider slowenischer Radiostationen wurden in diesem Jahr über das Koordinierungskomitee der Kärntner Slowenen (KOKS) 16,5 Mio. Tolar (70.347 Euro) angewiesen. Im Übrigen geht die Republik Slowenien davon aus, dass die Verteilung der finanziellen Unterstützung aus Slowenien der Minderheit selbst überlassen bleibt, betont laut STA das Außenministerium.

Verhandlungen mit dem ORF

Zur Zeit laufen noch die Verhandlungen zwischen KOKS, Radio dva und ORF über einen ORF-Vertragsentwurf, der die geregelte Einführung slowenischer Radioprogramme mit dem 1. Jänner 2004 vorsieht. Das Ministerium hofft, dass der Vertrag noch in diesem Monat unterzeichnet wird. Wenn dem tatsächlich so sein wird, dann sei Slowenien bereit, bis zum Jahresende über KOKS das slowenische Radioprogramm in Kärnten weiterhin finanziell zu unterstützen.

Im Rahmen des Europarates verfolge Slowenien "sehr aufmerksam" die Behandlung des österreichischen Berichts über die Ausführung der Konvention bezüglich des Minderheitenschutzes und werde in den Beziehungen mit dem Nachbarstaat weiterhin die Interessen der slowenischen Minderheit verteidigen, erklärt man im slowenischen Außenministerium. Gleichzeitig verlasse man sich darauf, dass die Minderheitenvertreter vor zuständigen österreichischen Organen "übereinstimmend und konstruktiv" auftreten werden. (APA)

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