UEFA erhöhte Strafen bei Rassismus-Vergehen

23. Mai 2013, 16:34
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Exekutivkomitee beschließt in London härtere Maßnahmen

London - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) wird vor allem im Kampf gegen Rassismus den Strafenkatalog ab 1. Juni verschärfen. Dies gab UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino nach einer zweitägigen Sitzung des Exekutivkomitees, darunter Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger, in London bekannt.

Der neue Strafenkatalog sieht vor: Bei rassistischen Auswüchsen durch Zuschauer erfolgt ein teilweiser (nach erstem Vorfall) oder ein kompletter Ausschluss (nach weiteren Vorkommnissen) plus 50.000 Euro Strafe. Bei Rassismus durch Spieler oder Offizielle soll eine Sperre von mindestens zehn Spielen verhängt werden. "Wir wollen nicht nur reden, sondern auch handeln", sagte Infantino.

Schiri-Schutz

Härtere Strafen sind auch bei Angriffen auf die Schiedsrichter angedacht. Im Falle von Beleidigungen soll es mindestens eine Drei-Spiele-Sperre (bisher zwei) geben, für tätliche Angriffe mindestens 15 Spiele statt bisher 10.

Außerdem hat sich die UEFA den verstärkten Kampf gegen Korruption, Doping und Manipulation auf die Fahne geschrieben. Die UEFA kündigte an, in Aktion zu treten, wenn Mitgliedsverbände nicht bestrafen oder nicht ausreichend bestrafen. Zudem werde es bei Verfehlungen in diesen Bereichen keine Verjährungsfrist mehr geben, so der UEFA-"General".

Infantino wies auch auf eine neue Anti-Doping-Initiative hin. In einer Studie werden die Doping-Proben von 900 Spielern seit 2008 nach Steroiden untersucht. Das Ganze soll anonym durchgeführt werden und ohne Folgen für die Spieler. Es soll herausgefunden werden, ob Steroide in der Vergangenheit eine Rolle gespielt haben.

Biologisches Profil und Bluttests

Der nächste Schritt wäre die Erstellung eines biologischen Profils für die Spieler. Ab der kommenden Saison wird es außerdem in den UEFA-Wettbewerben Bluttests geben, bisher waren nur Urin-Tests obligatorisch. Infantino: "Wir wollen einen sauberen Sport." Im deutschen Profi-Fußball sollen im Kampf gegen Doping bekanntlich möglicherweise noch in diesem Jahr erstmals Bluttests durchgeführt werden.

Laut Infantino laufen unterdessen die "Vorbereitungen auf die EM 2016 in Frankreich planmäßig". Die Entscheidung über die Schauplätze der paneuropäischen EURO 2020 soll im September 2014 fallen. Es wird in 13 Städten in 13 Ländern gespielt, Berlin gilt als Favorit für einen Zuschlag. Infantino schloss auf einer Pressekonferenz in London zudem Korruption wie bei der WM-Vergabe 2018 an Russland und 2022 an Katar aus: "Wenn es so etwas wie Geschenke oder Ähnliches geben sollte, werden wir dagegen vorgehen."

(SID, 23.05.2013)

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