DFB über Dutts Werder-Pläne verärgert

24. Mai 2013, 17:04
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Trainersuchende Bremer mit derzeitigem Sportdirektor des Verbands einig - An der Elbe steht Schmadtke als Sportdirektor bereit

Hamburg/Bremen - Das Führungskräfte-Casting der deutschen Bundesliga-Klubs steht kurz vor einem erfolgreichen Ende. Während sich Jörg Schmadtke bereit macht für den Sportdirektor-Posten beim Hamburger SV, ist Werder Bremen sogar schon einen Schritt weiter. Robin Dutt, bisher Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), soll nach 14 Jahren das schwere Erbe von Ex-Trainer Thomas Schaaf antreten. Der Klub einigte sich mit dem 48-Jährigen Dutt und wartet nur noch auf grünes Licht vom Verband.

Niersbach: "Kein schöner Vorgang"

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist über die Abwanderungspläne Dutts allerdings alles andere als erfreut. "Das ist sicher kein schöner Vorgang, der uns relativ überraschend getroffen hat", sagte der 62-Jährige am Freitag. "Unser Ziel ist es natürlich, Kontinuität im personellen Bereich zu haben. Aber man sieht einmal mehr, dass wir keine Insel sind." Ob man Dutt, der erst im Sommer 2012 sein Amt angetreten hatte, ziehen lassen wird, ist offen. Niersbach: "Da muss man abwarten und sehen."

Eichin: "Dutt erfüllt alle Kriterien"

"Wir hoffen sehr, dass es zu einer Freigabe durch den DFB kommt. Wir hatten mit Robin Dutt sehr gute Gespräche. Er ist unser Wunschkandidat für den Trainerposten", sagte Bremens Sportdirektor Thomas Eichin: "Er erfüllt alle Kriterien, die wir für einen Neuanfang aufgestellt haben. Er kennt sich bestens im Nachwuchsbereich aus, kann auf gute Talentförderung verweisen und hat in der Bundesliga bereits nachgewiesen, dass er eine solche Aufgabe erfolgreich meistern kann."

Bereits am Mittwoch war die Bremer Geschäftsführung nach Stuttgart gereist, um mit Dutt über eine gemeinsame Zukunft zu sprechen. Einen Tag später ersuchte der frühere Trainer von Bayer Leverkusen und des SC Freiburg beim DFB offiziell seine Freigabe aus dem Vertrag bis 2016.

HSV für Schmadtke "tolle Herausforderung"

Der HSV könnte seinem Lieblingsfeind bei der Verpflichtung einer Spitzenkraft also noch zuvorkommen. Denn bei einer Sitzung des Aufsichtsrates am Sonntag steht eine Entscheidung über den künftigen Sportdirektor an. Sehr viel spricht dafür, dass der 49 Jahre alte Schmadtke auf den entlassenen Frank Arnesen folgt. "In der jetzigen Phase braucht der Klub Planungssicherheit", sagte Schmadtke dem SID. Er rechnet mit einer Entscheidung in den nächsten 14 Tagen.

Nur fünf Wochen nach seiner Freistellung in Hannover, wo er von 2009 bis 2013 sehr erfolgreich gearbeitet hatte, brennt der gebürtige Düsseldorfer auf eine neue Aufgabe. Nach Gesprächen mit dem HSV-Aufsichtsrat bezeichnete er den HSV als großen, traditionsreichen Verein, der "eine tolle Herausforderung" wäre. "Ich bin frisch und voller Tatendrang", sagte Schmadtke, der genau ins Anforderungsprofil der klammen Hanseaten passt.

Die Transfers, die Schmadtke in seiner Zeit in Hannover abwickelte, saßen in den meisten Fällen. Er war es, der Spieler wie Mame Diouf, Didier Ya Konan und Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler in die niedersächsische Landeshauptstadt lotste.

Ähnliches traute der Aufsichtsrat Arnesen nicht mehr zu. "Hintergrund für die Entscheidung sind neben finanziellen Überlegungen auch unterschiedliche Auffassungen über die langfristige sportliche Ausrichtung des Vereins", hieß es in der HSV-Stellungnahme.

Die hohen Erwartungen konnte der Däne, der mit einem kolportierten Jahreseinkommen von 1,8 Millionen Euro zu den Top-Verdienern der Branche zählte, nicht erfüllen. (sid/red, 24.5.2013)

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