Proteste gegen Comic-Zensur wegen Sprachenstreit

23. Mai 2013, 14:24
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Ausstellung im Parlament: Neu-Flämische Allianz hatte interveniert

Brüssel - Der belgische Comic-Künstler Kamagurka, der auch in deutschen Zeitschriften Cartoons veröffentlicht hat, hat aus Protest gegen die Zensur einer Sprechblase im Werk eines Kollegen seine Werke aus einer Ausstellung im flämischen Parlament in Brüssel entfernen lassen, meldete die Zeitung "La Libre Belgique" am Donnerstag.

Anlass war demnach der Eklat um ein Bild von Francois Schuiten, einem der berühmtesten belgischen Comic-Künstler - König Albert II. ernannte ihn sogar zum Baron. Ein Bild Schuitens lieferte das Titelbild für die Broschüre der vergangene Woche eröffneten Ausstellung. Allerdings wurde der französische Text in der Sprechblase einfach gestrichen, sie erschien daraufhin ganz weiß. Dies geschah auf Veranlassung von Parlamentspräsident Jan Peumans von der Neu-Flämischen Allianz, welche sich für die Abspaltung Flanderns stark macht. 

Schuiten äußerte, er hätte es ja noch verstanden, wenn der französische Text durch eine flämische Übersetzung ersetzt worden wäre; den Text aber komplett zu streichen, sei einfach "schockierend". Die Comic-Vereinigung Press Cartoon Belgium veröffentlichte am Mittwoch eine Petition gegen Peumans' Vorgehen, die auch Kamagurka unterzeichnete.  (APA, 23.5.2013)

 

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