Veit Sorger soll risikolos an Kärntner Hypo verdient haben

23. Mai 2013, 17:02
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Bei einer Million investierten Euro sollen 540.000 Euro Gewinn ohne Risiko herausgeschaut haben. Sorger dementiert das

Klagenfurt - Der frühere Industriellenvereinigungs-Chef und ehemalige Fimbag-Präsident Veit Sorger soll insgesamt 1,5 Millionen Euro in die Kärntner Hypo investiert und dabei rund 800.000 Euro Profit gemacht haben. Das entnimmt das Nachrichtenmagazin "Format" dem Steuerakt zum Investment einer Investorengruppe rund um Tilo Berlin in die nun notverstaatlichte Bank.

Ertrag ohne Risiko

Sorger war demnach auch bei der dritten Investment-Tranche im Juni 2007 dabei, nachdem der Verkauf an die BayernLB schon am 22. Mai fixiert war. Sorger habe mit der dabei investierten Million Euro innerhalb von nur fünf Monaten einen Gewinn von 540.000 Euro gemacht. Sorger dementiert das in einer Aussendung als ungeheuerlich: "Ich habe von vornherein vereinbart, drei Tranchen zu zeichnen, limitiert mit maximal 0,25 Prozent des Gesamtinvestments und habe die Überweisungen je nach Abrufauftrag vorgenommen."

Laut Format war die dritte Tranche durch einen Kredit durch die BayernLB von 310 Millionen Euro großteils ausfinanziert gewesen. Als Käufer, Kaufpreis und Kreditfinanzierung also bereits feststanden, sei Sorger eingestiegen, so das Magazin. Anders Sorger, der laut Aussendung mit einem Börsengang gerechnet hat. Von Verkaufsverhandlungen oder gar einen Abschluß mit der BayernLB habe er "keinerlei Kenntnisse" gehabt. Er behält sich rechtliche Schritte gegen das Format vor.

Verdacht fehlender Versteuerung

Der gesamte Deal wird derzeit im Rahmen eines Hypo-Finanzstrafverfahrens durchleuchtet. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt untersucht, ob die Spekulationsgewinne daraus hätten versteuert werden müssen. Die Investoren hätten für den beim Verkauf der Hypo-Anteile an die BayernLB eingefahrenen Gewinn zu Unrecht keine Einkommensteuer gezahlt, so der Vorwurf. Nach der damaligen Rechtslage waren Gewinne aus Wertpapiergeschäften einkommensteuerfrei, wenn die Papiere mindestens ein Jahr gehalten wurden.

Tilo Berlins Investoren - unter ihnen etwa Veit Sorger und die Flick Privatstiftung sowie Karl-Heinz Grasser - waren ab Dezember 2006 über Genussscheine bei der Kärntner Hypo eingestiegen und hatten beim Verkauf an die BayernLB im Mai 2007 hohe Gewinne gemacht. Der Kaufpreis wurde im Oktober 2007 an die Firma Berlin & Co überwiesen. Den Investoren wurden die Erlöse erst zwischen August und November 2008 weitergeleitet.

Die Justiz steht auf dem Standpunkt, dass die Investoren bereits ab Oktober 2007 über die Gewinne verfügten und dass der tatsächliche Auszahlungszeitpunkt für die Steuerpflicht irrelevant sei. Dann hätten die Spekulationsgewinne versteuert werden müssen.

Disput um Grasser-Rolle

Laut Grasser stammen die 500.000 Euro, die er investiert hatte, nicht von ihm selbst, sondern von seiner Schwiegermutter. Diese hat das jedoch dementiert. Gegen die Flick-Stiftung ist kein Steuerverfahren anhängig. (APA/red, derStandard.at, 23.5.2013)

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    Veit Sorger

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