Filmwirtschaft sieht 1.000 Arbeitsplätze bedroht

23. Mai 2013, 13:18
2 Postings

Regierung betreibe "Arbeitsplatzvernichtung", weil dem ORF die Gebühren nicht refundiert würden - Zweckwidmung verlangt

Wien - "Sie vernichten Arbeitsplätze und beschädigen nachhaltig eine international erfolgreiche Filmlandschaft", wirft die heimische Filmwirtschaft Bundeskanzler Werner Faymann (S) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) vor. Wegen des Auslaufens der Gebührenrefundierung an den ORF mit Ende 2013 rechnen die Filmschaffenden mit einem Produktionsausfall von 50 Millionen Euro und damit zwangsläufig dem "dauerhaften Verlust von mindestens 1.000 Arbeitsplätzen", war am Donnerstag in ganzseitigen Inseraten in etlichen heimischen Zeitungen zu lesen.

"Kahlschlag" verhindern

Schon mehrfach hat die Filmindustrie auf die Folgen des bevorstehenden Endes der ORF-Gebührenrefundierung hingewiesen - der Aufschrei sei aber "leider ungehört verhallt", die politisch Verantwortlichen hätten sich "nicht verbindlich zum drohenden Finanzdesaster des ORF geäußert", heißt es. Daher werden Kanzler und Vizekanzler nun erneut aufgefordert, diesen "Kahlschlag" zu verhindern und dem ORF "bis zur Schaffung eines neuen, zeitgemäß konsolidierten Finanzierungssystems durch Einmalleistung die Fortführung des öffentlich-rechtlichen Produktionsbetriebes zu ermöglichen".

Die Filmwirtschaft hält außerdem weiter an der Zweckwidmung von 20 Prozent der Gebühreneinnahmen für die Produktion heimischen Programms fest. "Nur so können die Redaktionen gemeinsam mit der Filmwirtschaft inhaltlich und wirtschaftlich sinnvoll planen, entwickeln und produzieren."

"In den letzten Wochen haben Sie sich und Ihre Parteien immer wieder als Garanten für Arbeit und sozialen Wohlstand dargestellt. Wenn Sie dieses Problem nicht vor der Wahl lösen, tun Sie das Gegenteil", so die eindringliche Warnung der Filmwirtschaft in ihrem offenen Brief an die Regierungsspitze.

Faymann will "Strukturänderungen" im ORF

Für Bundeskanzler Faymann ist eine Verlängerung der Refundierung vor der Wahl kein Thema. Am Donnerstag sagte er in der Fragestunde des Nationalrates zum Thema Refundierung, dass das Geld für die Periode 2010 bis 2013 in Höhe von 160 Millionen Euro ausbezahlt sei. In der nächsten Legislaturperiode müsse man eine neue Regelung für die ORF-Gremien ebenso wie für die Refundierung "ernsthaft überlegen". Voraussetzung dafür seien "bestimmte Strukturänderungen" im ORF, also auch die Frage, "wo kann gespart werden". (APA, 23.5.2013)

Share if you care.