Eisenbahner wollen weniger arbeiten

23. Mai 2013, 11:05
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Die Eisenbahnergewerkschaft und der zuständige WKÖ-Fachverband verhandeln nun in Sachen Arbeitszeitverkürzung

Wien - Die Eisenbahnergewerkschaft und der Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer (WKÖ) haben nun betreffend der von der Gewerkschaft geforderte Arbeitszeitverkürzung von 40 auf 38,5 Wochenstunden den Verhandlungsweg eingeschlagen. Nach einem Protesttag am 15. Mai mit bundesweiten Betriebsversammlungen, die teils zu Zugausfällen führten, wurden am Mittwoch abend Gespräche zwischen der Eisenbahnergewerkschaft in der vida und dem Fachverband geführt. Die Gespräche sollen am 4. Juni fortgesetzt werden.

Nach einer "intensiven Gesprächsrunde" werden nun beide Seiten Vorschläge zum Thema Arbeitszeit machen, sagte der Fachverbandsvorsitzende Thomas Scheiber. "Wir wollen keine Pauschallösung für die Branche, sondern individuelle Lösungen für unsere Mitgliedsunternehmen". Sowohl der Vorschlag der Gewerkschaft als auch der Vorschlag des Fachverbands würden wohl über eine Arbeitszeitverkürzung hinausgehen und auch andere Punkte umfassen.

Gehälteranpassung

Im Juli 2012 habe man mit der Gewerkschaft eine Vereinbarung auf zwei Jahre geschlossen. "Diese Vereinbarung ist grundsätzlich einzuhalten", sagte Scheiber. "Wenn man sich nicht auf eine Reduktion der Normalarbeitszeit einigen kann, kommt es zu einer Anpassung der Gehälter um 3,5 Prozent". Berechnet werde dies nach der Inflation (VPI) des ersten Quartals und einem Prozent dazu, um einen Reallohngewinn für die Beschäftigten zu erzielen. Nach dem bestehenden KV gehe er daher von einer 3,5-prozentigen Lohnerhöhung per 1. Juli 2013 aus.

Gewerkschafter orten Bewegung

Von Gewerkschaftsseite wird Bewegung auf der WKÖ-Seite geortet. "Der Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer hat seine starre Haltung in Bezug auf arbeitszeitverkürzende Maßnahmen für die Eisenbahnbeschäftigten aufgegeben", heißt es. Die Gewerkschaft vida habe im Zuge der Verhandlungen Vorschläge für eine Beilegung des Konflikts um die Arbeitszeitverkürzung unterbreitet. Über die Details wurde von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart. Dem Fachverband soll damit die Möglichkeit gegeben werden, die Vorschläge mit seinen Mitgliedsunternehmen bis zum für 4. Juni 2013 anberaumten nächsten Verhandlungstermin beraten zu können.

"Angesichts des Stillstands der letzten Monate, sind die Gespräche überraschend konstruktiv verlaufen", zeigt sich Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Sektion Verkehr in der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, nach der Verhandlungsrunde optimistisch. Es werde deshalb vorerst zu keinen Protestmaßnahmen kommen. (APA, 23.5.2013)

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