Kontaktloses Zahlen: Kunden zahlten versehentlich mit NFC

    23. Mai 2013, 10:32
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    Abbuchungen erfolgten von falscher Karte, Problem bei zwei Handelsketten entdeckt

    Retail-Bezahllösungen, die auf NFC basieren, sind noch relativ jung und offenbar noch nicht immer hundertprozentig ausgereift. Diese Erfahrung mussten Kunden von zwei britischen Händlern machen, wie die BBC berichtet.

    Anders als bei herkömmlichen bargeldlosen Bezahlsystemen, bei denen eine Bankomat- oder Kreditkarte in das entsprechende Lesegerät eingesteckt und ein PIN-Code eingegeben wird, müssen mit NFC-Chip versehene Bankomat- oder Kreditkarten zum Bezahlen nur noch kurz an das entsprechende NFC-Terminal an der Kassa gehalten werden. In Österreich kann bereits in Supermärkten mit der neuen Technik gezahlt werden. Kontaktlos können bis zu 25 Euro ohne Unterschrift und PIN-Eingabe beglichen werden. Bei Beträgen, die darüber liegen, autorisiert der Kunde die Bezahlung wie bisher durch Eingabe des PIN-Codes oder durch seine Unterschrift.

    Versehentlich kontaktlos bezahlt

    Die Vorfälle in England betreffen die Modekette "Marks & Spencer", die an 644 Standorten Terminals für kontaktlose Zahlungsvorgänge eingeführt hat, sowie den Sandwich-Gastronomen "Pret a Manger". Obwohl die Betroffenen mit einer Steckkarte ihre Rechnung begleichen wollten, wurde ein Zahlungsvorgang mit einer anderen, NFC-aktivierten Karte ausgelöst, die sie eingesteckt hatten.

    Und das, obwohl jene Karten für Drahtloszahlungen nicht in Reichweite des NFC-Terminal gewesen sein sollen. Das System wird bei beiden Händlern vom Unternehmen Money Box gestellt, welches die Maximaldistanz für die Kommunikation mit der Karte mit vier Zentimetern angibt. Banken geben die effektive Reichweite, so die BBC, mit fünf Zentimetern an.

    Kombigerät statt getrennter Reader

    Zum Einsatz kommen nicht zwei separate Geräte, sondern ein Kombi-Leser (Verifone 820), der sowohl einen Steckschlitz für NFC-lose Karten als auch Wireless Payment beherrscht.

    Pret a Manger und Marks & Spencer rufen nun Kunden auf, etwaige Vorfälle zu melden. Die irrtümlich abgebuchten Beträge wurden den Käufern mittlerweile rückerstattet.

    Neuer Zahlungsweg noch am Anfang

    Probleme bestätigte auch der Computersicherheitsforscher Martin Emms von der University of Newcastle. Bei einem von ihm unternommenen Testlauf wurde ebenfalls Geld von der NFC-Karte abgebucht, obwohl diese außerhalb der vermeintlichen Reichweite in seiner Brieftasche verwahrt war. Er hat sich mit der Thematik nun in einem Radiointerview befasst.

    Bei Money Box beteuert man, dass man das verwendete System ausführlich getestet hätte, gesteht jedoch ein, dass es sich durchaus um eine Kinderkrankheit der noch jungen Entwicklung handeln könnte. Es bleibt nun zu erörtern, ob nur die besagten Terminals betroffen sind, oder das Problem größere Kreise zieht. (red, derStandard.at, 23.05.2013)

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      Kunden von Marks & Spencer und Pret a Manger haben versehentlich mit ihrer NFC-aktivierten Karte bezahlt.

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