Fernost-Börsen tiefrot

23. Mai 2013, 13:28
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Die Leitbörsen in Fernost haben am Donnerstag deutlich leichter tendiert. Der Nikkei-225 Index in Tokio verlor 1.143,28 Zähler oder 7,32 Prozent auf 14.483,98 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong rutschte um 591,40 Zähler (plus 2,54 Prozent) auf 22.669,68 Einheiten ab. Der Shanghai Composite fiel um 26,73 Punkte oder 1,16 Prozent auf 2.275,67 Punkte.

Auch im roten Bereich beendeten die Märkte in Singapur und Sydney den Handelstag. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 3.393,17 Zählern mit einem Minus von 61,20 Punkten oder 1,77 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney fiel um 101,3 Zähler oder 1,97 Prozent auf 5.040,80 Einheiten.

Alle Märkte im asiatischen Raum reagierten extrem stark auf den chinesischen Einkaufsmanager-Index, der von der britischen Großbank HSBC Holdings ermittelt wird. Er war unerwartet abgesackt. Die Geschäfte der chinesischen Industrie sind einer Umfrage zufolge im Mai erstmals seit sieben Monaten geschrumpft. Der Index fiel auf 49,6 Punkte und damit unter die Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Im April waren es 50,4 Zähler.

Auch die Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke sorgten für nervöse Märkte. "Die schwachen Daten aus China in Kombination mit den Spekulationen, dass die Fed die Stimulus-Maßnahmen beenden könnte, verursachen Ängste und Bauchweh", sagte ein Börsenkenner.

Besonders die japanischen Börsen rutschten extrem stark in die Tiefe. Dieser Sturz in Tokio ist der größte seit dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami im Jahr 2011, der die Nuklearkatastrophe in Fukushima auslöste.

Im Tokioter Topix verloren die Aktien des größten japanischen Immobilienkonzerns Mitsubishi Estate bis Börsenschluss 9,3 Prozent und gingen mit einem Kurs von 2.603,00 Yen aus dem Handel.

Im Nikkei fielen die Anteilsscheine des Energieversorgungsunternehmen Tokyo Electric Power um 13,30 Prozent und beendeten den Börsentag bei 639,00 Yen. Auch Mitsubishi-Motor-Papiere schlossen mit einem deutlichen Minus von 13,66 Prozent bei 158,00 Yen. Das war der zweite Tag, an dem die Aktien gefallen waren. Zuvor waren die Papiere des Automobilherstellers um mehr als 50 Prozent in den vergangenen drei Tagen gestiegen.

In Hongkong verloren die Aktien von Li & Fung, einem Wal-Mart-Zulieferer, um 4,39 Prozent und schlossen mit einem Kurs von 10,88 Hongkong Dollar. Brilliance China Automotive gingen mit einem Minus von 3,79 Prozent aus dem Handel. Die Aktien des BMW-Partners waren zuvor von Jefferies Hong Kong auf "Underperform" gestuft worden.

Einziger positiver Wert im Hang Seng Index waren Lenovo, die um 2,79 Prozent zulegten und den Tag mit 7,38 Hongkong Dollar beendeten. Der Computerhersteller wies heute für sein viertes Geschäftsquartal einen Anstieg des Nettoergebnisses um 90 Prozent auf umgerechnet rund 99 Mio. Euro aus und übertraf damit die Expertenerwartungen. (APA, 23.5.2013)

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