Guantanamo-Häftlinge sollen in andere Staaten überstellt werden

23. Mai 2013, 08:35
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Obama versucht die Schließung des Militärgefängnisses voranzutreiben

Washington/Guantanamo - US-Präsident Barack Obama will nach einem Zeitungsbericht die versprochene Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo vorantreiben. Die Regierung in Washington wolle neuerlich damit beginnen, Insassen in andere Staaten zu überstellen, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch in seiner Internetausgabe unter Berufung aus Regierungsbeamte.

Überstellung in den Jemen

So wolle Obama innerhalb der kommenden Wochen den Transfer von Gefangenen aus dem Jemen in ihr Heimatland wieder erlauben, der vor einigen Jahren aus Sicherheitsgründen gestoppt worden war. Damals wurde befürchtet, dass die Entlassenen in dem arabischen Land vom Terrornetzwerk Al-Kaida rekrutiert werden.

Bis 2011 waren mehr als 600 Gefangene in andere Staaten überstellt worden, so auch nach Deutschland. Danach machten neue, vom Kongress verabschiedete Regeln die Entlassung schwieriger. Seitdem konnten nur fünf Häftlinge die Anlage auf Kuba verlassen, schreibt die Zeitung.

Mehr als Hundert im Hungerstreik

Derzeit sind noch 166 Terrorverdächtige in dem Lager interniert. Mehr als 100 davon befinden sich nach Berichten im Hungerstreik, viele seit mehreren Monaten. Anwälte der Häftlinge meinen, die Verzweiflung ihrer Mandaten werde immer größer. Nach elfeinhalb Jahren hinter Gittern, mehrheitlich ohne Anklage und oder Prozess, mache sich Hoffnungslosigkeit und Wut breit.

Obama hatte erst kürlich wieder sein Wahlversprechen von 2008 bekräftigt, das Lager zu schließen. Experten aber erwarten, dass er dabei auf sehr starken Widerstand aus dem Kongress treffen wird. (APA, 23.5.2013)

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