Aus 52 mach Fünf

8. August 2003, 11:15
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Bildungsministerin Gehrer will die Pädagogischen Akademien in Pädagogische Hochschulen umwandeln

Wien - Aus den derzeit 52 Pädagogischen Akademien (PädAKs) will Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) rund fünf Pädagogische Hochschulen machen. Diese Zahl nannte Gehrer bei der Vortragsreihe "Ihre Bilanz, bitte" am Mittwoch im Management Club in Wien. Überwunden werden müssten dabei etwaige regionale Interessen in den Bundesländern sowie eventuelle Probleme mit der Kirche, da dieser im Konkordat eine bestimmte Anzahl an Einrichtungen zugestanden werde. Die Umwandlung der PädAKs in Hochschulen ist im Akademie-Studiengesetz 1999 verankert und muss bis 2007 vollzogen sein.

Im Uni-Bereich antwortete Gehrer auf eine entsprechende Frage, dass auch das Thema Studienplatzbewirtschaftung in aller Ruhe einmal diskutiert werden müsse. Zunächst solle sich aber erst die Aufregung an den Hochschulen rund um das neue Universitätsgesetz (UG) legen. Einem Numerus Clausus stand sie eher ablehnend gegenüber: Dieser habe sich in Deutschland "nicht so wahnsinnig gut bewährt". Auch im Schulbereich bringe - etwa bei der Entscheidung, ob ein Kind in die AHS-Unterstufe oder eine Hauptschule wechseln solle - eine kognitive Prüfung wenig. Sie wünsche sich etwa Verfahren, in denen schon im Vorfeld der Schulentscheidung mit den Eltern Gespräche geführt würden.

Bei den Fachhochschulen (FH) wolle man auch weiterhin 90 Prozent der Betriebskosten bezahlen, betonte Gehrer. Hinterfragt werden müsse aber, ob mit den bisher den FH-Trägern überwiesenen Bundesmitteln für die Betriebskosten nicht auch Investitionen bezahlt würden. Ebenfalls überprüft werden soll laut Gehrer die Kostenstruktur: Bei FH-Studiengängen im Vollausbau gebe es etwa sicher Synergieeffekte im Verwaltungsbereich. Außerdem würden eventuell manche Studiengänge zu wenig, andere aber zu viele Mittel bekommen. Derzeit erhalten die FH-Erhalter 5.800 Euro pro Studienplatz in wirtschaftlichen Studienrichtungen und 6.900 Euro für technische Studiengänge.

Derzeit liefen Verhandlungen mit den FH-Trägern über die künftige Finanzierung, so Gehrer. Diskutiert werden müsse auch eine Umstellung der derzeitigen Studienplatzförderung (bestimmte Summe pro Student, Anm.) auf eine Erhalterförderung. Damit könnten Schwankungen bei den Studentenzahlen abgefangen werden - im abgelaufenen Studienjahr seien zum Beispiel bereits 40 der 124 Studiengänge nicht voll gewesen. Generell sollten auch Studiengänge, die nicht angenommen würden, "nicht ad infinitum weiter geführt werden".(APA)

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    montage: derstandard.at
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