Allein-Erzieherinnen betroffen

27. August 2003, 19:30
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Sozialbericht 2002: Immer mehr Sozialhilfe-
EmpfängerInnen im Land Salzburg

Salzburg - Der lange wirtschaftliche Einbruch schlägt sich jetzt auch im "Salzburger Sozialbericht 2002" nieder, der viele menschliche Schicksale als trockenes Zahlenwerk widerspiegelt. Die Zahl der durch Sozialhilfe unterstützten Haushalte ist 2002 im Vergleich zum Jahr davor um 6,4 Prozent auf 5.651 gestiegen, schilderte heute, Mittwoch, Sozial-Landesrat Walter Blachfellner (S) bei der Präsentation des Sozialberichtes.

Einen besonders starken Zuwachs gab es im Bezirk Tamsweg (plus 20 Prozent). Über dem Schnitt war die Steigerung auch im Tennengau (9,25 Prozent), dem Flachgau (8,37 Prozent) und in der Stadt Salzburg (8,31 Prozent).

Kein leerer Spruc: Armut ist weiblich

Die typische Sozialhilfeempfängerin im Land Salzburg ist weiblich, zwischen 30 und 39 Jahre alt, meistens allein erziehend und verfügt (teilweise trotz Arbeit) über kein ausreichendes Einkommen. Rund 53 Prozent der unterstützten Haushalte wiesen eine weibliche Antragstellerin auf. Die hohe Scheidungsrate in Salzburg in Verbindung mit der konstant hohen Anzahl an fehlenden Unterhaltszahlungen durch den Kindesvater sowie die Tatsache, dass infolge unflexibler Arbeitszeiten Frauen keiner Arbeit bzw. nur einer Teilzeitarbeit nachgehen können, sind laut Blachfellner verantwortlich dafür, dass Frauen in die Sozialhilfe gedrängt werden. Zudem seien die traditionellen Vater-Mutter-Kind-Haushalte in Auflösung begriffen, stattdessen würden außereheliche Partnerschaften und Geburten tendenziell zunehmen.

Projekte für Wiedereinsteigerinnen

Einer der Schwerpunkte der künftigen Arbeit werde es daher sein, weitere Projekte für Wiedereinsteigerinnen anzubieten. Als Beispiele nannte er das Projekt "Assistenz für Schulleitungen", oder eine Wifi-Kurs "Frauen in die Technik", die beide auf diese Gruppe zugeschnitten seien.

Herbert Prucher, Leiter der Sozialabteilung des Landes, betonte, dass vor allem ein wirtschaftlicher Anstieg notwendig sei. Man wisse, dass die Menschen arbeitswillig seien, aber das Einkommen reiche einfach nicht aus. Von einem Rekord an Sozialhilfeempfänger/innen in Salzburg könne man aber nicht sprechen, "wir hatten diesen Pegel auch schon früher erreicht". (APA)

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    Die typische Sozialhilfeempfängerin im Land Salzburg ist weiblich, zwischen 30 und 39 Jahre alt, meistens allein erziehend und verfügt (teilweise trotz Arbeit) über kein ausreichendes Einkommen.
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