Auf dem Weg zum sicheren und merkbaren Passwort

6. August 2003, 11:24
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Zehn "Tintenkleckse" und die Fantasie des Users ergeben zwanzigstelliges sicheres Passwort

Passworte und Zahlenkombinationen nehmen einen entscheidenden Teil des Lebens eines modernen Menschen ein - Bankomatcodes, PINs und Computer - immer mehr Zahlenkombinationen müssen gemerkt werden. Gerade Computer-Passworte werden oft einfach gewählt um wenigstens in diesem Bereich schnell und ohne Nachdenken an seinen Rechner zu kommen. Allerdings ergeben sich dadurch immer wieder große Probleme.

Fantasie als Schlüssel zum Rechner

Der Softwarekonzern Microsoft arbeitet derzeit an einem System namens "Inkbot". Als Grundlage für sichere und einfach zu merkende Passworte wurde der so genannte "Rorschach"-Test gewählt. Die Wissenschaftler Adam Stubblefield und Dan Simon von Microsoft Research wollen die "Klecks-Bilder" anstelle von sinnleeren Wort- oder Buchstaben-Kombinationen als Passworte etablieren.

Fantasie gefragt

Im Test wurden 25 Testpersonen zehn verschiedene computergenerierte "Rorschach-Kleckse" vorgelegt. Die Probanden mussten nun ihrer Fantasie freien Lauf lassen und Dinge, Handlungen oder Personen dem Bild zuordnen. Den ersten und den letzten Buchstaben der Assoziation - zu jedem der zehn Bilder - mussten sich die Testpersonen aufschreiben. Nach zehn Bildern ergab sich daraus ein zwanzigstelliges Passwort. Durch die starke Imagination während des Assoziationsprozesses wurde dieses Passwort gemerkt und konnte nach mehrmaligem Wiederholen - später auch ohne vorgelegte Bilder - wiedergegeben werden.

Laut Microsoft Research konnten sich 20 von 25 Personen am nächsten Tag an das Passwort erinnern. Nach einer Woche konnten immer noch 18 Personen ihr Passwort. Die Testpersonen, die ihr Passwort vergessen hatten, konnten nach neuerlicher Vorlage der "Kleckse" diese wieder in ihre Erinnerung zurückrufen. Diese Methode der Passwortgenerierung soll ein großes Potential bieten, um es Anwendern zu erleichtern sichere und merkbare Passworte zu schaffen. Allerdings ist noch unklar wann und wie diese Technik eingesetzt werden soll.(red)

Links

Microsoft

Microsoft Research zum Thema "Inkbot"

Nachlese

Wem ein Windows-Kennwort nicht mehr einfällt - Hilfe bei Gedächtnisschwäche - Software hilft Passwörter zu rekonstruieren

  • Artikelbild
    grafik: microsoft
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