Steirische Landwirtschaftskammer fordert Ökowärmegesetz

8. Oktober 2003, 11:15
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Ohne diese Maßnahme zur Treibhausgas-Reduktion sei Österreich auf bestem Weg, Kyoto-Ziel zu verfehlen

Graz - Als eine Maßnahme zur Erreichung des Kyoto-Ziels und damit zur Reduzierung des Treibhausgases CO2 fordert die steirische Landwirtschaftskammer ein Ökowärmegesetz. Über eine Abgabe oder Zertifikate sollen fossile Energieträger teurer und erneuerbare bzw. biogene Brennstoffe billiger werden, erklärte Kammer-Direktor Heinz Kopetz am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Graz. Österreich habe in Sachen Klimaschutz großen Handlungsbedarf: Man hinke in den Maßnahmen derart hinten nach, dass man statt 13 schon 20 Prozent CO2 einsparen müsste, um die für 2010 festgelegten Ziele zu erreichen.

Auf dem Weg, Kyoto-Ziel zu verfehlen

"Wir sind auf dem besten Weg, das Kyoto-Ziel massiv zu verfehlen", sagte Kopetz vor dem Hintergrund der aktuellen Dürre- und Klimawandeldiskussion. Österreich habe Kyoto zwar ratifiziert, doch liege die Ist-Entwicklung in Stromererzeugung, beim Verkehr und auch bei den Haushalten beträchtlich über dem Sollwert, der zur Erreichung der für 2010 festgelegte Marke notwendig wäre. "So kommen wir nicht weiter", resümierte Kopetz, "es bedarf konsequenterer Maßnahmen auf Regierungsebene."

Nach den Vorstellungen von Kopetz und Kammer-Präsident Gerhard Wlodkowski müsste die EU-Richtlinie, die einen sechsprozentigen Biotreibstoff-Anteil vorsieht, rasch umgesetzt und der Ökostrom-Anteil auf acht Prozent verdoppelt werden. Eine neues Ökowärmegesetz sollte der Marktstimulation dienen: Öl- und Gashändler sollten verpflichtet werden, einen jährlich steigenden Anteil an erneuerbarer Energie zu verkaufen. Werde dieser Anteil unterschritten, müssten "Kyoto-Gutscheine" gekauft oder eine Abgabe entrichtet werden. Jene Kleinverbraucher wiederum, die Solarkollektoren oder biogene Brennstoffe zur Raumwärmeerzeugung verwendeten, würden dann die Gutscheine erhalten.

Arbeitsplätze durch Offensivstrategie

Mit einer Offensivstrategie zur Förderung der alternativer Energieträger könnten allein in der Steiermark 6.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, sind Kopetz und Wlodkowski überzeugt. Werde jetzt nicht reagiert, müsse man sich auf Klimaschäden einstellen, die laut Universität Graz im Jahr 2012 österreichweit sechs Milliarden Euro ausmachen würden, wovon 1,3 Millionen auf die Landwirtschaft und 1,3 Millionen auf den Tourismus entfielen. (APA)

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