EU-Umweltminister erneuern Kyoto-Protokoll in Italien

8. Oktober 2003, 11:15
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Russland wird zur Ratifizierung der Verträge aufgefordert - Einige Länder wollen neue Technologien statt Treibhausgasreduzierung

Montecatini - Die Umwelt- und Energieminister der Europäischen Union haben am Wochenende ihr Bekenntnis zum Kyoto-Protokoll erneuert und sich zugleich für die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien stark gemacht.

Der Kampf gegen die Klimaerwärmung stand im Mittelpunkt eines dreitägigen informellen Ministertreffens im italienischen Montecatini. Auch die Minister der EU-Beitrittsländer nahmen an der Konferenz teil.

Neue Technologien statt Treibhausgasreduzierung "Es gibt Stimmen, die anstelle der Umsetzung des Protokolls zur Treibhausgasreduzierung nur auf neue Technologien setzen wollen", mahnte EU-Umweltkommissarin Margot Wallström. "Das ist der Kurs der derzeitigen US-Regierung. Und es ist der falsche Kurs."

Von den USA wird ein Drittel des weltweiten Treibhausgases ausgestoßen. Washington war aus dem Kyoto-Vertrag von 1997 ausgestiegen, weil die Umsetzung die Wirtschaft zu stark gefährde. Die Minister in Montecatini drängten nun besonders Russland zur Ratifizierung des Klimaschutz-Protokolls. Die Teilnehmer erklärten, Moskau müssten die Vorteile deutlich gemacht werden, die sich sowohl in umweltpolitischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht aus dem Abkommen ergäben.

Mindestens 55 Staaten benötigt

Damit der Vertrag in Kraft treten kann, muss er von mindestens 55 Staaten ratifiziert werden, darunter jenen, die 1990 für mindestens 55 Prozent des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich waren. Russland zählt zu den Staaten mit großen Emissionen.

Präsident Wladimir Putin erklärte kürzlich, sein Land werde den Vertrag höchstwahrscheinlich ratifizieren. Er äußerte jedoch Zweifel, dass dies entscheidenden Einfluss auf die Umwelt haben werde.

Wallström sagte, sie sei zuversichtlich, dass sich Moskau an das Ratifizierungsversprechen halten werde. Die EU könne die Entscheidung unterstützen, indem sie Russland stärker an die EU anbinde und die Bereitschaft bekunde, saubere Technologie zu liefern. Die EU-Staaten haben das Kyoto-Protokoll bereits ratifiziert. Sie verpflichten sich darin, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2012 um acht Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken.

Zur Eröffnung der Konferenz am Freitagabend rief Wallström die EU-Mitgliedstaaten zu entschiedeneren Maßnahmen gegen die globale Klimaerwärmung auf. Sie sprach sich für verstärkte Forschungsanstrengungen bei der Nutzung von Wasserstoff und anderen erneuerbaren Energiequellen aus. Nach den Vorstellungen der Umweltkommissarin sollte bis zum Jahr 2020 ein Viertel der in Europa verbrauchten Energie aus erneuerbaren Quellen kommen. (APA)

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