Organizer in der Klemme

20. August 2003, 13:21
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Mit Multimedia und Funk sollen sich PDAs im Kampf gegen Handys behaupten

Klein und "sexy", hätten PDAs (Personal Digital Assistant) die nächste große Welle der Digitalisierung werden sollen: ein PC in jeder Tasche, hofften die Hersteller.

Smartphones machen Konkurrenz

Aber auf dem Weg zur Allgegenwärtigkeit passierten zwei Dinge: Die Wirtschaftskrise verhinderte, dass Unternehmen in großem Stil in die neue Technologie investierten - PDAs werden mehrheitlich an Privatpersonen verkauft. Und die Evolution des Handys zum SmartPhone mit Kalender und Adressteil macht PDAs zunehmend Konkurrenz. Noch ist es zu früh, um abzuschätzen, ob auch die wesentlich größeren TabletPCs künftig Organizerkunden abspenstig machen.

Die Reaktionen der PDA-Hersteller

E-Mail und Internetzugang verschaffen den klugen Handys darüber hinaus einen Vorteil, während PDAs weiterhin mit einer gelungenen Integration von GSM-Technologie kämpfen. Eine der Reaktionen der PDA-Hersteller: mehr Multimediafunktionen. Jüngstes Beispiel dafür ist ein neuer Clié von Sony, der alles Verfügbare an Technik in das Kleingerät packt: eine schwenkbare Kamera, Ton-und Videowiedergabe, eine Minitastatur und Funk für jede Lebenslage - Bluetooth zur Verbindung mit Handys, Wi-Fi (drahtloses Netzwerk) für Internet. Preis: 619 Euro (siehe auch unsere Ansichtssache Sony bringt neuen Handheld mit Bluetooth und WLAN).

Spezielle Features

Die andere Strategie der PDA-Macher, um aus der Klemme zu kommen, sind Features, die auf den Unternehmensbedarf bezogen sind. Eine eigene Version des Palm Tungsten ist darauf spezialisiert, durch Wi-Fi für Firmennetze, Verschlüsselung aller Daten (falls das Gerät verloren oder gestohlen wird) und spezielle Unternehmenssoftware. In ähnlicher Weise zielen vor allem auch PocketPC-Produzenten (HP, Fujitsu-Siemens, Dell, Toshiba) auf den Firmenmarkt.

Großen Aufholbedarf haben die PDA-Hersteller aber auch bei der Integration der Mobiltelefonie: Im Vergleich zu Handys wirken die bisherigen Exemplare dieser Kategorie eher plump und zum Telefonieren wenig einladend. Palm hat darum den Konkurrenten Handspring gekauft, der in diesem Bereich mehr Entwicklung betrieben hat; erste Geräte werden im Herbst auf den Markt kommen.(Helmut Spudich/ Der Standard, Printausgabe vom 19./20.7.2003)

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