Souveräne Austria setzt den letzten Schritt

22. Mai 2013, 22:37
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Stöger-Elf ist nach einem 4:0 über Mattersburg nicht mehr einzuholen - Wiener mit neuem Punkterekord in der Bundesliga

Wien - Am Mittwochgabend um 22.19 Uhr wurde offiziell, was spätestens um 20.42 Uhr festgestanden war: Die Wiener Austria hat sich eine Runde vor Abpfiff der Saison 2012/13 den 24. Meistertitel gesichert. Die Mannschaft von Peter Stöger führte vor 12.000 Fans in der Generali Arena gleich von Beginn an alle Mutmaßungen ad absurdum, sie könnte sich mit Mattersburg auf jenes Remis einigen, das einerseits den Titel gesichert und anderseits den Burgenländern den Klassenerhalt beschert hätte.

Früh erledigt

Schon nach vier Minuten war der Partie jegliche Spannung abhandengekommen. Nach einer Flanke von Alexander Grünwald rutscht Alois Höller im eigenen Strafraum aus, Tomas Jun bringt den Ball zur Mitte, Philipp Hosiner verpasst, aber Alexander Gorgon schiebt zur 1:0-Führung für die Gastgeber ein. Noch ein wenig patscherter stellte sich nur zwei Minuten später der Mattersburger Goalie Thomas Borenitsch bei einem mitten aufs Tor platzierten Freistoß von Markus Suttner an. Borenitsch greift ins Leere und nimmt auf gut Wienerisch ein Gurkerl hin - 2:0. Und als Jun nach Vorlage von Gorgon den Ball am weiterhin indisponierten Borenitsch zum 3:0 (12.) vorbeischiebt, ist die Party am Verteilerkreis perfekt. Spätestens da sind die Fans auf der Osttribüne darüber hinweg, dass ihnen eine Meisterchoreografie behördlicherseits verboten worden war.

In der Folge weidete sich die Austria an der bereits fixierten Meisterschaft und ließ es - glücklicherweise für die Mattersburger Festgäste - ein wenig am Nachdruck fehlen. Die Mannschaft von Franz Lederer agierte gerade so, als ob sie den Furor der Wiener nicht weiter herausfordern wollte, quasi unsichtbar.

Sonderapplaus für Gorgon

Eine deutliche Abfuhr lässt sich so aber erfahrungsgemäß nicht vermeiden. Passieren kann immer etwas, etwa ein Freistoß. Einen solchen, aus rund 30 Metern, verwandelte Gorgon zum 4:0 (53.). Borenitsch? Schon im anvisierten Kreuz, aber eben um ein gutes Eck zu spät. Der zweifache Torschütze Gorgon durfte sich durch Auswechselung dann ebenso an einem Sonderapplaus ergötzen wie zuvor schon Jun.

Torjäger Hosiner, der in den drei Partien gegen Mattersburg zuvor jeweils zwei Treffer erzielt hatte, ging am Mittwoch leer aus und hält vor der abschließenden Partie bei den entthronten Salzburgern, die sich zeitgleich und angesichts ihrer Chancenlosigkeit mit einem 2:2 bei Ried begnügten, bei 32 Treffern. Dafür überbot die Austria mit 82 Zählern schon vorzeitig den Punkterekord, der bisher Sturm Graz (81 Zähler 1997/98) gehört hatte.

Am Ende zerdrückte der schon vor Abpfiff mit Sekt ausführlich geduschte Coach Stöger ein paar Tränen und sprach von seinem schönsten Meistertitel. "Ich kann mich nur bei meinem Trainerteam bedanken. Und meine Truppe ist ein Traum." Zweifel, sagte der 47-Jährige, habe er nie gehabt. "Wir haben uns alles erarbeitet, haben es uns nie leicht gemacht. Meine Mannschaft hat in dieser Saison unösterreichisch gespielt." Genugtuung über den Triumph über Salzburg verspüre er nicht. "Ich bin einfach nur stolz." (red, DER STANDARD, 22.5.2013)

Bundesliga, 35. Runde, Mittwoch

FK Austria Wien - SV Mattersburg 4:0 (3:0)
Generali-Arena, 12.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Harkam

Tore:
1:0 ( 4.) Gorgon
2:0 ( 6.) Suttner (Freistoß)
3:0 (12.) Jun
4:0 (53.) Gorgon (Freistoß)

Austria: Lindner - Dilaver, Rogulj, Ortlechner, Suttner - A. Grünwald (63. Kienast), Holland, Mader - Gorgon (67. Stankovic), Hosiner, Jun (58. Simkovic)

Mattersburg: Borenitsch - Farkas, Majstorovic, Steiner, A. Pöllhuber - Höller (88. Spuller), Prietl, Lovin (79. Gartner), Röcher - Mörz (55. Klemen) - Bürger

Gelbe Karten: keine

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    Meisterteller für die Wiener Austria: Co-Trainer Schmid, Goalie Heinz Lindner, Tomas Jun (Teller) und Torschützenkönig Philipp Hosiner.

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    Sektdusche für den Architekten: Trainer Peter Stöger wird schon vor dem Abpfiff gefeiert.

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    Die Freude war bereits in der fünften Minute nach dem 2:0 von Suttner riesengroß.

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    Alex Grünwald schenkt Emir Dilaver eine Maß ein.

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