Richard Wagner - "Leipziger" oder "Sachs"?

22. Mai 2013, 21:03
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Konzerte, eine verregnete Kaffee-Tafel - und ein diskutierbares Denkmal auf dem neu gestalteten Richard-Wagner-Platz in Leipzig

Leipzig/Bayreuth - Mit einem Festakt hat die Stadt Leipzig am Mittwoch den 200. Geburtstag eines berühmten Sohnes gefeiert. "Richard Wagner verkörpert wie kaum ein anderer Künstler unsere eigene gebrochene Geschichte", sagte der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maiziere. Die Stadt wirbt jetzt mit dem Spruch "Richard ist Leipziger". Der müsste eigentlich heißen "Richard ist Sachs", merkte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillic  in seinem Grußwort an,  habe doch Wagner in Dresden seine musikalische Karriere begonnen. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung verwies auf die Umstrittenheit Wagners und sagte, "zwischen rauschhaftem Verfall und totaler Ablehnung" sei offenbar alles möglich. Wagner gehöre nicht zu jenen, die es in der Stadt gehalten habe, doch hier habe er seine Wurzeln.

Vor dem Festakt war ein Denkmal des Komponisten enthüllt worden. Es stammt von dem Karlsruher Bildhauer Stephan Balkenhol. Dieser hat seine Skulptur auf einen vom Bildhauer Max Klinger geschaffenen Sockel gestellt. Klinger hatte Anfang des 20. Jahrhunderts den Auftrag für ein Wagner-Denkmal  erhalten, starb aber, bevor er es vollenden konnte. Das nunmehrige Kunstwerk zeigt den jungen Richard Wagner in Alltagskleidern seiner Zeit, überragt vom überlebensgroßen schwarzen Schatten des alten Komponisten. Bürgermeister Jung sagte, es habe lange gedauert mit einem Denkmal für den Komponisten: "Bei Richard Wagner ließen wir uns Zeit. Jetzt haben wir ein Denkmal. Es wird nicht nur zum Denken, sondern auch zur Diskussion anregen." Das Denkmal stieß nach seiner Enthüllung allerdings auf ein geteiltes Echo. Bei den Zuschauern gab es Beifall, aber auch Kopfschütteln.

Kaffee-Tafel wurde Regenopfer

Die Staatskapelle Dresden unter Chefdirigent Christian Thielemann hatte ihrem einstigen Kapellmeister am Dienstagabend in der Semperoper ein Geburtstagsständchen mit Auszügen aus Wagner-Opern gebracht und damit auch Tausende Menschen zu Public Viewings gelockt. Zu dem Festakt in Leipzig waren auch mehrere Mitglieder der Wagner-Familie angereist. Als Repräsentantin der Bayreuther Festspiele sagte Katharina Wagner, es sei sehr erfreulich, dass Leipzig und Bayreuth im Jubiläumsjahr eine Kooperation gelungen sei. Die Leipziger Oper bringt in Kooperation mit den Festspielen drei frühe Opern von Wagner auf die Bühne. Sie werden auch in Bayreuth gezeigt.

Lediglich eine vom Wagner-Verband für die Leipziger geplante Kaffee-Tafel auf dem neu gestalteten Richard-Wagner-Platz fiel dem strömenden Regen zum Opfer.  (APA, 22.5.2013)

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    Stephan Balkenhol posiert mit seiner Doppelskulptur.

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