Briten wollen aufräumen und stehen in der Kritik

22. Mai 2013, 19:13
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London - Auf dem EU-Gipfel in Brüssel hat der konservative britische Premierminister David Cameron seine Vorschläge zur globalen Steuertransparenz vorgestellt, die im Juni auf dem G-8-Gipfel in Nordirland diskutiert werden. Unterdessen wies die renommierte Entwicklungshilfeorganisation Oxfam darauf hin, dass rund ein Drittel der weltweit auf 15 Billionen Euro geschätzten schwarzen Vermögen auf Konten in britischen Steueroasen wie den Kanalinseln, den Bermudas und den Cayman-Inseln liegen. "Cameron verspricht den Kampf gegen Steueroasen, hat bisher aber absolut nichts dafür getan, dass die neuen Abkommen armen Ländern zugutekommen", klagt Oxfam-Finanzdirektorin Emma Seery.

London unter Druck

London steht unter Druck, weil die Regierung ihren Steuerparadiesen jahrelang freie Hand ließ. So gibt es auf den Jungferninseln mit ihren 27.000 Einwohnern mehr als eine Million sogenannter Briefkastenfirmen, die Anonymität garantieren. Dies sei "eine Schande für Großbritannien", so der Liberaldemokrat Matthew Oakeshott, der als Vertrauter des liberalen Wirtschaftsministers Vincent Cable gilt.

Zu Monatsbeginn schlossen die wichtigsten Offshore-Finanzzentren aber Abkommen mit London, die automatischen Informationsaustausch über Sparkonten ermöglichen. Wie sie wirken, ist aber noch unklar. (Sebastian Borger, DER STANDARD, 23.5.2013)

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