... aber auch die Unis in die Pflicht nehmen

Kommentar der anderen22. Mai 2013, 19:08
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Aus einer Stellungnahme aus dem ÖH-Vorstand, die das OGH-Urteil prinzipiell ähnlich bewertet, die Kritik aber nicht nur an den Wissenschaftsminister adressiert

Minister Töchterle sieht sich in einer ersten Reaktion auf das OGH-Erkenntnis bestätigt und will nun flächendeckend Zugangsbeschränkungen einführen. Damit aber sind die vorhandenen Probleme nicht lösbar, denn auch in bereits zugangsbeschränkten Studien müssen Studierende Verzögerungen in Kauf nehmen, wie etwa in der Zahnmedizin in Wien. Aufnahmeverfahren sind auch nicht geeignet, die tatsächliche Eignung für ein Studium festzustellen, und drängen oft gerade sozial schwächere Studierende von den Hochschulen. Statistiken, die das bestätigen, werden vom Minister leider gern ignoriert, Kapazitäten zu Naturgesetzen erklärt und Zugangshürden und Studiengebühren als nichthinterfragbare Allheilmittel proklamiert.

Aber auch die Universitäten können sich nicht ganz aus der Pflicht nehmen. Ein erster Ansatz muss sein, die extreme Verschulung vieler Studien rückgängig zu machen. Mehr Individualität, mehr Flexibilität, mehr Freiheit sind das oberste Gebot. Wenn es für eine Lehrveranstaltung nicht genügend Plätze gibt, dürfen Voraussetzungsketten Studierende nicht an die starren Curricula fesseln und sinnlose Wartesemester und Beihilfenverluste verursachen. (Christoph Huber, DER STANDARD, 23.5.2013)

Christoph Huber ist Generalsekretär der ÖH

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