Othmar Commenda, Generalstabschef

22. Mai 2013, 18:22
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Nachfolger von Edmund Entacher

Gleiche Frisur, gleiche Statur und nahezu das gleiche Brillenmodell: Der neue ranghöchste Soldat im Land sieht dem Verteidigungsminister zum Verwechseln ähnlich - am leichtesten unterscheidet man Othmar Commenda und Gerald Klug (SPÖ) also an ihrer Garderobe. Im Gegensatz zum Generalstabschef, stets in grüngrauer Uniform, bespickt mit Orden, bevorzugt der Minister tarnfarbene und dunkle Anzüge ohne Klimbim.

Dazu diente der 59-jährige Generalleutnant aus Oberösterreich schon lange vor seinem Chef in der Wiener Rossauer Kaserne, dem Sitz des Verteidigungsministeriums. Und politisch gilt Commenda als ziemlich unbefleckt, denn er überdauerte bereits Ressortchefs fast aller Farbschattierungen - und das stets in hohen Funktionen. Unter dem zuerst blauen, dann orangen Heeresminister Herbert Scheibner stieg er zum Kabinettschef auf, dessen schwarzer Nachfolger Günther Platter ernannte ihn zum Projektleiter für die Umsetzung der nun wieder ausgerufenen Heeresreform, bis der Rote Norbert Darabos ihn zum Vize von Generalstabschef Edmund Entacher machte.

Anders als der kampflustige rote General akzeptiert Commenda "das Primat der Politik", wie er sagt - vor allem deswegen durfte er Wehrpflichtverteidiger Entacher während dessen Absetzung für zehn Monate schon einmal interimistisch beerben, bis sein Vorgänger bis zur Pension doch wieder auf den alten Posten zurückkehren konnte. Wie allerdings Commenda selbst, Absolvent der Theresianischen Militärakademie, zum Präsenzdienst steht, wusste dieser im jahrelang andauerden koalitionären Kampf gut geheimzuhalten. Von ihm, der nun für einen attraktiveren Wehrdienst sorgen soll, sind dazu keinerlei Aussagen überliefert - lästige Fragen nach seinem Votum bei der Volksbefragung im Jänner pariert er mit einem resoluten "Privatangelegenheit!".

In einer anderen heiklen Mission, dem wegen der übergreifenden Kämpfe in Syrien zur Disposition stehenden UN-Einsatz von 380 österreichischen Soldaten auf den Golanhöhen, bringt Commenda reichlich Erfahrung mit. Anfang der Achtzigerjahre kommandierte er dort selbst eine Kompanie.

Und was macht der Spitzenbeamte, wenn er nicht gerade über militärischen Strategien brütet? Wie der Minister sorgt Commenda, Vater zweier Kinder, da gern für seine körperliche Ertüchtigung - aber weniger durch Laufen als mit Krafttraining und diversen Ballsportarten. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 23.5.2012)

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