Grüne und Team Stronach auf Bundesebene "absolutes No-Go"

22. Mai 2013, 18:34
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Parteispitze fürchtet Aufwertung des Team Stronach

Wien - Für Eva Glawischnig ist das ein "absolutes No-Go", und auch für Stefan Wallner, den Bundesgeschäftsführer, ist das "undenkbar". Eine Koalition mit dem Team Stronach kommt nicht infrage - auf Bundesebene. In Salzburg nehmen es die Grünen zähneknirschend zur Kenntnis, dass offenbar kein Weg an einer Zusammenarbeit mit dem Team Stronach vorbeiführt: Die Zerrüttung zwischen Schwarz und Rot sei zu tiefgehend, als dass da noch eine Koalition möglich sei. "Das muss man akzeptieren", sagt Wallner im Gespräch mit dem Standard.

Er deutet an, dass möglicherweise aber auch eine Koalition aus ÖVP und Grünen mit Unterstützung des Teams Stronach möglich sei. Diese Variante wird von den Salzburger Grünen als Wunsch aus Wien ventiliert.

Was die Grünen im Bund so schmerzt, ist die Aufwertung, die Frank Stronach erfahren würde, wenn seine Leute in Salzburg in die Regierung geholt werden würden. In Niederösterreich und Kärnten ist das Team Stronach nur dank des Proporzes mit je einem Landesrat in der Regierung vertreten.

Der Grüne Rudolf Anschober, Landesrat in Oberösterreich, spricht sich ebenfalls strikt gegen eine Zusammenarbeit der Grünen und dem Team Stronach auf Bundesebene aus: "Wir sollten uns nicht mit jemanden einlassen, der Schnapsideen wie die Abschaffung des Euros fordert." Zu Salzburg sagt er: "Das ist eine andere Situation - und es ist letztlich allein die Entscheidung der Salzburger Grünen."

Entspannter sieht es einer, der Ende März eine Dreierkoalition, allerdings mit Rot und Schwarz, auspaktiert hat: Kärntens Grünen-Chef Rolf Holub. "Das Team Stronach ist eine Kraft, die ernst genommen werden muss. Man kann es sich ja nicht wegdenken", sagt er. Er traue sich nicht, jemanden bei der Nationalratswahl "auszuschließen. Aber wir wissen ja alle: Vor der Wahl ist manches anders als nach der Wahl." (mro, pm, völ, DER STANDARD, 23.5.2013)

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