Neue Syrien-Drohung der USA

22. Mai 2013, 18:22
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Kerry fordert Assad zu Gesprächen über Lösung auf

Amman/Damaskus - Die Vereinigten Staaten haben dem syrischen Regime offen mit der Unterstützung der Opposition gedroht. Sollte sich Machthaber Bashar al-Assad geplanten Gesprächen über eine politische Lösung widersetzen, würden die USA und andere Staaten "verstärkte Unterstützung" für die Opposition erwägen, erklärte er am Mittwoch in der jordanischen Hauptstadt Amman.

John Kerry äußerte sich angesichts eines Treffen der Staatengruppe der "Freunde Syriens", an der hochrangige Vertreter aus elf Ländern teilnahmen. Die Konferenz sollte der Vorbereitung einer Friedenskonferenz im Juni dienen, die auf Initiative Russlands und der USA zurückgeht.

Der britische Außenminister William Hague warf dem Iran und der mit ihm verbündeten Hisbollah-Miliz im Libanon vor, zunehmend aufseiten Assads in den Krieg einzugreifen. "Es ist vollkommen klar, dass das syrische Regime große Unterstützung erhält", sagte er vor Beginn des Treffens in Amman. Kerry sprach von "mehreren tausend" Hisbollah-Kämpfern in Syrien.

Aus dem deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) verlautete, man sehe Assad wegen des verstärkten Engagements der Hisbollah auf dem Vormarsch. Ein weiterer Grund für das Wiedererstarken des Regimes sei in der Zerstrittenheit der Rebellen zu suchen. Der Dienst wage keine Prognose mehr, wann das Assad-Regime am Ende sei. Kerry nannte die Fortschritte des Regimes dagegen "sehr vorübergehend".

Russland lobt Assad-Regierung

Der russische Außenminister Sergej Lawrow lobte in Moskau die Reaktion der Assad-Regierung mit Blick auf eine Friedenskonferenz als "konstruktiv", den Rebellen warf er dagegen ein bis dato zu geringes Engagement vor.

Der Chef des oppositionellen Nationalrats, George Sabra, rief die Aufständischen in ganz Syrien zum Kampf in die strategisch wichtige Stadt Kusair. Am Wochenende hatten Assads Soldaten eine Großoffensive gegen die Rebellenhochburg an der Grenze zum Libanon gestartet.

Der Chef der israelischen Luftwaffe, Amir Eshel, erklärte am Mittwoch, Israel sei zu einem Angriff auf Syrien bereit, um zu verhindern, dass Waffen in die Hände von Islamisten oder der Hisbollah gelangten. Die Türkei, die eine 900 Kilometer lange Grenze mit Syrien teilt, schloss den letzten von der Assad-Führung kontrollierten Grenzübergang Yayladagi. (Reuters/dpa/AP/red, DER STANDARD, 23.5.2013)

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