Vatikan-Finanzaufsicht legt Bericht vor

22. Mai 2013, 16:05
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Im vergangenen Jahr wurden sechs Geldwäsche-Verdachtsfälle gemeldet. Mit drei Staaten gibt es bereits Abkommen

Vatikan-Vatikanstadt - Die Finanzaufsicht des Vatikan (AIF) hat den ersten Jahresbericht über ihre Tätigkeit zur Finanzinformation und Aufsicht, sowie zur Vorbeugung und Bekämpfung der Geldwäsche und Terror-Finanzierung vorgestellt. Wie AIF-Direktor Rene Brulhart berichtete, wurden im vergangenen Jahr sechs Geldwäsche-Verdachtsfälle an die vatikanische Justiz gemeldet.

"In den letzten Jahren hat der Vatikan seinen Einsatz zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismus-Finanzierung verschärft", betonte Brulhart. Der Kampf gegen die Geldwäsche sei eine moralische Pflicht für den Vatikan. 2012 seien 2.400 Geldtransaktionen mit dem Vatikan mit einem Betrag von über 10.000 Euro gemeldet worden.

Zweifelhafter Ruf

Die Vatikan-Bank IOR hatte über Jahre hinweg einen zweifelhaften Ruf wegen wenig transparenter Geschäfte. Italiens Zentralbank hatte zuletzt zeitweise elektronische Zahlungen des Vatikans gestoppt und argumentiert, der Heilige Stuhl erfülle immer noch nicht die internationalen Standards gegen Geldwäsche.

Die Finanzaufsichtsbehörde AIF war Ende 2010 von Papst Benedikt XVI. geschaffen worden, um eine größere Transparenz der vatikanischen Finanzgeschäfte zu gewährleisten und Mängel im Kampf gegen Geldwäsche zu beheben. Die "Autorità di Informazione Finanziaria" kontrolliert alle Geldflüsse im Vatikan. Ein Bericht des Europaratsausschusses "Moneyval" vom vergangenen Juli hatte ergeben, dass der Vatikan neun von 16 Transparenz-Kriterien weitgehend oder vollständig erfüllt, sieben Kriterien nur unzureichend.

Immerhin hat der Vatikan bereits mit drei Staaten - Belgien, Spanien und Slowenien - Abkommen zum Austausch von Finanzdaten vereinbart. (APA, 22.5.2013)

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