Heidi zahlt 5,25 Millionen für Schwedenbomben

22. Mai 2013, 17:31
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Neben den Schwedenbomben sollen auch die Niemetz-Cremeriegel Manja und Swedy erhalten bleiben

Wien - Bisher ist Heidi Schokolade nicht in Regalen des österreichischen Handels zu finden, aber das könnte sich nun ändern, sagt Erwin Vondenhoff dem Standard. Der Schweizer ist Generaldirektor der rumänischen Süßwarengruppe, die seit heuer zum Firmenimperium von Julius Meinl gehört. Seit gestern, Mittwoch, ist er auch Herr über die Schwedenbomben.

Aus der ominösen Kolumbien-Konnektion der Eigentümerfamilie Niemetz ist wie in der Branche erwartet nichts geworden. Die nötigen 4,2 Millionen Euro für den insolventen Wiener Traditionsbetrieb langten weder in Form einer Einlage noch eines Geldkoffers in Wien ein. Kolportierte Retter erwiesen sich als undurchsichtige Mittelsmänner, die selbst nie Kontakt zum Masseverwalter suchten.

Ausbau des Vertriebs

Am Mittwoch ging es in der zähen Causa dann erstmals Schlag auf Schlag. Der Verkaufsprozess wurde eingeleitet, Heidi legte 5,25 Millionen Euro und eine Standortgarantie auf den Tisch, sagt Gerhard Weinhofer, Chef der Creditreform. Damit sind alle Forderungen der Gläubiger bedient. Interfood zog den Kürzeren: Der Tiroler Lebensmittelgroßhändler galt im von vielen Interessenten angereicherten Rennen um den Betrieb als Bestbieter. Zufrieden zeigt sich Masseverwalter Stephan Riel. Der augenscheinliche Wert der Marke habe sich finanziell bestätigt.

Die von Schweizern gegründete Heidi Chocolat AG produziert in Rumänien, verkauft in 45 Ländern, sieht sich im Premiumsegment in einer Liga mit dem Rivalen Lindt und verspricht, Niemetz mit der bestehenden Belegschaft in Österreich zu halten. Er wolle die Marke sichern und den Vertrieb der Bomben international ausbauen, sagt Vondenhoff. Wie dies genau gelingen soll, werde sich in den kommenden Wochen und Monaten weisen. Erleichtert zeigt sich Arbeiter-Betriebsratschef Robert Ettmayer und spricht von einer "stabilen, nachhaltigen Lösung nach der Unsicherheit der vergangenen Wochen". (Verena Kainrath, DER STANDARD, 23.5.2013)

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    Niemetz ist in neuen Händen, Kolumbien Geschichte.

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