Assad-Gegner rufen Rebellen nach Al-Qusayr

22. Mai 2013, 14:12
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"Freunde Syriens" beraten über internationale Friedenskonferenz - Deutscher Geheimdienst erwartet Vormarsch von Assad-Truppen

Damaskus/Beirut/Amman - Syriens oppositionelle Nationale Koalition hat Rebellen im ganzen Land dazu aufgerufen, der umkämpften Stadt Al-Qusayr zu Hilfe zu kommen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung des amtierenden Oppositionschefs George Sabra hieß es: "Revolutionäre Bataillone und Freie Syrische Armee, eilt zur Rettung von Al-Qusayr und Homs!" Außer Kämpfern würden auch Waffen benötigt, "egal wie klein".

Gleichzeitig rief Sabra die internationale Gemeinschaft auf, bei Al-Qusayr an der Grenze zum Libanon einen humanitären Korridor einzurichten, um die Versorgung der Bewohner der Stadt sicherzustellen. 50.000 Personen würden dort "festsitzen" und dringend medizinische Hilfe und Medikamente benötigen. Vom UNO-Sicherheitsrat verlangte er die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung. Es reiche nicht, wenn sich das Gremium beunruhigt zeige, es müsse zur "Aktion" übergehen. Schließlich würden "die Grenzen und die Souveränität unseres Landes und die Leben seiner Bürger missachtet".

Die den Rebellen nahe stehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London schätzt die Zahl der in Al-Qusayr in der Provinz Homs eingeschlossenen Zivilisten auf 25.000. Dazu kämen tausende weitere Menschen in umliegenden Dörfern.

Große strategische Bedeutung

Berichten zufolge drangen bei den seit Sonntag andauernden Kämpfen um Al-Qusayr Truppen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad - unterstützt von Hisbollah-Kämpfern aus dem Libanon - in die von Aufständischen gehaltene Stadt ein und eroberten mehrere Gebäude der Gemeindeverwaltung. Laut der Beobachtungsstelle wurden bei der Schlacht um Al-Qusayr bereits mehr als hundert Menschen getötet, überwiegend Aufständische und Hisbollah-Kämpfer. Die Stadt ist wegen ihrer Lage zwischen der Hauptstadt Damaskus und der Mittelmeerküste sowie ihrer Nähe zum Libanon von strategischer Bedeutung.

Deutscher Geheimdienst: Assad auf Vormarsch

Entgegen einer Einschätzung Mitte März hält der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) nun einen Vormarsch der Truppen von Machthaber Assad für wahrscheinlich. Sie seien so stark wie lange nicht, berichtete das Nachrichtenportal "Spiegel Online" am Mittwoch. Demnach seien erfolgreiche Offensiven der Regierungstruppen gegen Einheiten der Rebellen jederzeit möglich. Durch interne Machtkämpfe würden sich die Aufständischen selbst schwächen. (APA, 22.5.2013)

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