Deutscher Fiskus ermittelt gegen Rapper Bushido

22. Mai 2013, 14:09
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Auch Steuerberater und Management des Sängers sind betroffen. Bushido äußerte sich auf Anfrage nicht

Berlin - Der deutsche Rap-Musiker Bushido (34) hat Ärger mit den Steuerbehörden. Wegen des Verdachts einer Steuerstraftat des Musikers durchsuchten Ermittler zehn Wohn- und Geschäftsräume in Berlin und Umgebung. Das teilte die Staatsanwaltschaft Berlin mit. "Bushido ist der Beschuldigte", sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Martin Steltner.

Monatelange Ermittlungen

Bei der Razzia am Dienstag stellten die Ermittler Beweise sicher. "Neben den Anschriften des Beschuldigten Bushido sind auch Wohn- und Geschäftsräume des Steuerberaters und des Managements durchsucht worden", sagte Steltner. Bushido äußerte sich auf Anfrage nicht.

Bereits vor dem Zugriff der Fahnder hatte es laut Staatsanwaltschaft monatelange Ermittlungen gegeben. Zu den Hintergründen wollte sich die Anklagebehörde aber nicht weiter äußern. Auch woher die Hinweise auf die mögliche Steuerstraftat stammen, wollte Steltner nicht sagen. "In Steuerstrafsachen sind wir zu größter Zurückhaltung verpflichtet", sagte der Sprecher.

Summen unklar

Die Auswertung des gesicherten Materials werde Monate dauern. Zu den Inhalten machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Unklar ist, um welche Vorgänge und um welche Summen es geht. Dazu schwieg auch das Finanzamt für Fahndung und Strafsachen der Senatsverwaltung in Berlin.

Nach einem Bericht des Magazins "Stern" über Rapper Bushido vor wenigen Wochen war über kriminelle Clans in Berlin debattiert worden. Der Musiker ist seit langem auch wegen frauen- und schwulenfeindlicher Texte umstritten. Zwar hatte Bushido 2011 einen Bambi für gelungene Integration erhalten. Allerdings hatte die Vergabe eine Kontroverse in der Öffentlichkeit ausgelöst.

In diesem Herbst will der Musiker ein Buch veröffentlichen. Es soll am 11. September erscheinen und trägt den Titel "Auch wir sind Deutschland. Ohne uns geht nicht. Ohne euch auch nicht". Angaben zum Inhalt wurden zunächst nicht gemacht. (APA, 22.5.2013)

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