Uni Wien: In BWL schon mehr Anmeldungen als Plätze

22. Mai 2013, 15:03
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Aufnahmeverfahren trotzdem noch nicht fix - An anderen Unis noch zahlreiche Plätze frei

Wien - Rund zehn Tage vor Ablauf der Anmeldefrist für das ab Herbst von neuen Zugangsbeschränkungen erfasste Studienfeld Wirtschaftswissenschaften haben sich mit der Uni Wien im Fach Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der ersten Hochschule mehr Studienwerber registriert, als Plätze zur Verfügung stehen. Für die 533 Anfänger-Studienplätze haben sich laut Uni bisher 578 Personen online angemeldet - ob es aber tatsächlich eine Aufnahmeprüfung geben wird, ist noch unklar. Zuvor müssen alle Registrierten noch ein (unbenotetes) Self-Assessment absolvieren. In den meisten anderen Fächern bzw. an anderen Unis ist die Zahl der Anmeldungen dagegen noch weit von der zur Verfügung stehenden Platzzahl entfernt.

WU Wien: 55 Prozent der Plätze vergeben

An der Wirtschaftsuniversität (WU), wo sich Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) am Mittwoch einen Überblick über den Anmeldestand holte, gibt es erst Anmeldungen für rund 55 Prozent der Anfänger-Studienplätze im Fach Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, an den Unis Graz (BWL bzw. Volkswirtschaftslehre/VWL), Innsbruck (Wirtschaftswissenschaften bzw. Internationale Wirtschaftswissenschaften) und Linz (Sozialwirtschaft bzw. Wirtschaftswissenschaften) sind jeweils erst rund ein Drittel der zur Verfügung stehenden Plätze belegt.

Uni Wien: Noch keine Prognose möglich

"Ausreißer" sind nur die Uni Wien und die Uni Klagenfurt. An der Uni Wien haben sich in der Internationalen Betriebswirtschaftslehre 697 Personen für die 794 Plätze online registriert, in der VWL sind es 250 für 415 Plätze. Trotzdem könne man noch nicht prognostizieren, ob es Aufnahmeprüfungen geben wird, hieß es gegenüber der APA. In Klagenfurt haben sich im Fach Wirtschaft und Recht 95 Personen für die 120 Plätze registriert, damit gibt es Anmeldungen für rund 80 Prozent der Plätze. In diesem Fach rechne man auch mit einer Überschreitung der Studienplätze, hieß es aus der Uni Klagenfurt gegenüber der APA. In den beiden anderen beschränkten Fächern Informationsmanagement bzw. Angewandte Betriebswirtschaft ist jeweils noch mehr als die Hälfte der Plätze frei.

Wer im kommenden Studienjahr 2013/14 ein Studium in den Studienfeldern Architektur, Biologie, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften beginnen will, muss sich entweder an allen (Pharmazie, Wirtschaftswissenschaften) bzw. manchen Hochschulen (Architektur, Biologie) einem Aufnahmeverfahren unterziehen. Dieses besteht aus einer Online-Anmeldung sowie je nach Uni bzw. Fach einem (unbenoteten) Online-Self-Assessment oder einem (ebenfalls unbewerteten) Motivationsschreiben. Übersteigt die Zahl der Studienwerber die der Plätze, ist außerdem eine Aufnahmeprüfung zu absolvieren.

Unterschiedliche Anmeldefristen

Die Anmeldefrist in den Wirtschaftswissenschaften endet am 31. Mai. In der Architektur läuft sie noch bis 14. Juni, in der Pharmazie und Biologie jeweils bis 2. August. Österreichweit stehen in den Wirtschaftswissenschaften 10.630 Plätze zur Verfügung, in der Architektur 2.020, in der Biologie 3.700 und der Pharmazie 1.370. Eine etwaige Aufnahmeprüfung würde in den Wirtschaftswissenschaften am 9. Juli stattfinden, in der Architektur am 22. Juli, in der Biologie am 5. September und in der Pharmazie am 9. September.

Die Prüfung wird nur durchgeführt, wenn die Zahl der nach Ablauf der Frist registrierten Studienwerber die Anzahl der Studienplätze, die eine Universität zur Verfügung stellen muss, überschreitet. Weiteres Schlupfloch: Gibt es an einer Uni weniger Studienbewerber pro Studienfeld als gesetzlich festgelegte Studienplätze, können die freien Plätze von Studienwerbern "aufgefüllt" werden, die an einer anderen Universität im entsprechenden Studienfeld registriert sind und dort keinen fixen Platz haben. Dies erfolgt dann im Rahmen einer Nachregistrierung nach dem Motto "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". (APA, 22.5.2013)

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