Marko Arnautovic soll mitmachen

22. Mai 2013, 20:03
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Koller verzichtet auf Überraschungen - Auch Reservist Janko bei WM-Quali-Match im Juni dabei - Özcan ersetzt Königshofer - Und der Teamchef bestätigt das Interesse aus Bern

Wien - Die Beziehung zwischen Marcel Koller und Marko Arnautovic ist intakt, da passt kein Fußball dazwischen. Folglich sagte der Teamchef am Mittwoch anlässlich der Kaderbekanntgabe: "Für uns ist die Qualität der Spieler entscheidend. Wir wollen nicht auf die Besten verzichten, uns erwartet ein extrem wichtiges Match." Es ist die WM-Qualifikation am 7. Juni im ausverkauften Happel-Stadion gegen Schweden.

Arnautovic gehört dem Aufgebot an. Obwohl er zu Verhaltensauffälligkeiten (schnell Autofahren im Morgengrauen, Polizisten anflegeln) neigt. Sein Arbeitgeber Werder Bremen hat ihn suspendiert. Koller: "Der Verein hat ihn bestraft, das reicht. Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich sein Verhalten nicht gutheiße. Aber es war ja kein Banküberfall, er ist mit dem Auto gerast. Das sind ja junge Menschen. Bei uns hat er noch nichts angestellt. Deshalb habe ich keinen Grund gesehen, etwas zu ändern. Es ist ja keine Zusage für die nächsten zehn Jahre." Zudem müsse man Medienberichte mit Vorsicht genießen. "Ich war nicht direkt dabei."

Die Vorhut

Die Resozialisierung findet ab 29. Mai in Stegerbach satt. Ein Teil des Teams, quasi die Vorhut, trifft sich im Burgenland, dort wird in kleinen Gruppen gearbeitet, regeneriert, trainiert. Die am 30. Mai im Cupfinale beschäftigten Austrianer (Lindner, Ortlechner, Hosiner, Suttner) stoßen erst am 2. Juni in Wien dazu. Das gilt auch für die Legionäre David Alaba, Aleksander Dragovic, Martin Harnik und Christian Fuchs, die noch bei ihren Vereinen zu tun haben. Bei Alaba sind es zwei Endspiele, Champions League in London gegen Dortmund und Cup in Berlin gegen Stuttgart samt Harnik.

Kollers Amtszeit wird von zwei Dauerthemen begleitet. Der schlimme Arnautovic und der zwar brave, aber praxislose Marc Janko. Bei Trabzonspor gehört er nicht einmal mehr dem Kader an, der Stürmer trainiert ganz alleine in der großen Türkei. Zwischen Janko und Koller passt aber nicht einmal ein halber Fußball. Wobei sowohl für Arnautovic als auch Janko gilt: "Ob die Luft reicht, werden wir abklären und sehen. Aber es war sicher nicht so, dass sie die Beine hochgelegt haben. Sie haben das Fußballspielen nicht verlernt." Dass sich andere Teammitglieder über Arnautovic beschweren, ist Koller neu. "Sollte es der Fall sein, sollen sie darüber mit mir und nicht mit Journalisten sprechen."

Das Angebot

Kein Dauerthema, aber doch erwähnenswert ist das Buhlen der Young Boys Bern um Koller. Sportchef Fredy Bickel zählt zu seinen engeren Freunden. " Ja, es hat Gespräche gegeben." Der Vertrag mit dem ÖFB endet im Dezember, im Falle einer WM-Teilnahme würde der Schweizer die Endrunde 2014 in Brasilien natürlich bestreiten. "Mich interessiert im Moment nur das Match gegen Schweden." Diesbezüglich ist Koller zuversichtlich. " Eine robuste, gut organisierte Mannschaft mit zwei kompakten Viererreihen. Aber wir haben unsere Möglichkeiten, um ihnen Schmerzen zuzufügen." Es wäre fatal, die Schweden auf Superstar Zlatan Ibrahimovic zu reduzieren. "Ihn auszuschalten, ist eindeutig zu wenig."

Koller hat an jeden einzelnen Kicker ein individuelles Trainingsprogramm geschickt, der gesperrte Veli Kavlak bekam natürlich keine Post. Statt Kavlak wurde der vielseitig verwendbare Franz Schiemer nominiert. "Wir brauchen Leute, die unsere Ideen kennen und verinnerlicht haben." Bei den Torleuten gab es eine Änderung, der Düsseldorfer Robert Almer ersetzt den Rapidler Lukas Königshofer. Es ist nämlich immer noch besser, in der deutschen statt in der österreichischen Liga Reservist zu sein. Christian Hackl - DER STANDARD, 23.5.2013)

DER 23-MANN-KADER der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft für das WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden am 7. Juni in Wien:

Tor: Robert Almer (Fortuna Düsseldorf/GER, 7 Länderspiele), Heinz Lindner (Austria Wien, 4), Ramazan Özcan (Ingolstadt/GER, 1)

Verteidigung: Aleksandar Dragovic (FC Basel/SUI, 20 Länderspiele/0 Tore), Christian Fuchs (FC Schalke/GER, 53/1), György Garics (Bologna/ITA, 32/2), Florian Klein (Red Bull Salzburg, 14/0), Emanuel Pogatetz (West Ham United/ENG, 55/2), Sebastian Prödl (Werder Bremen/GER, 39/3), Manuel Ortlechner (Austria Wien, 8/0), Markus Suttner (Austria Wien, 7/0)

Mittelfeld: David Alaba (Bayern München/GER, 24/3), Marko Arnautovic (Werder Bremen/GER, 26/7), Julian Baumgartlinger (Mainz/GER, 26/0), Martin Harnik (VfB Stuttgart/GER, 35/9), Andreas Ivanschitz (Mainz/GER, 61/11), Jakob Jantscher (Dynamo Moskau/RUS, 15/1), Zlatko Junuzovic (Werder Bremen/GER, 26/4), Christoph Leitgeb (Red Bull Salzburg, 32/0), Franz Schiemer (Red Bull Salzburg, 24/4)

Sturm: Philipp Hosiner (Austria Wien, 3/2), Marc Janko (Trabzonspor/TUR, 33/14), Andreas Weimann (Aston Villa/ENG, 5/0)

Auf Abruf: Thomas Gebauer (SV Ried, 0), Martin Hinteregger (Red Bull Salzburg, 0), Michael Madl (Sturm Graz, 0), Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg, 2/0), Guido Burgstaller (Rapid Wien, 5/0), Alexander Gorgon (Austria Wien, 0), Alexander Grünwald (Austria Wien, 0), Thomas Hinum (SV Ried, 0), Raphael Holzhauser (VfB Stuttgart/GER, 0), Florian Mader (Austria Wien, 0), Marcel Sabitzer (Rapid Wien,1/0), Patrick Bürger (SV Mattersburg, 2/0), Rubin Okotie (Sturm Graz, 5/0)

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    Der Schweizer Marcel Koller (52) vertraut auf den Österreicher Marko Arnautovic (24): "Die Qualität auf dem Feld zählt."

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