Iran: Ahmadinejad legt sich mit Wächterrat an

22. Mai 2013, 14:13
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Rafsanjani wird Wahlausschluss durch Wächterrat hingegen nicht anfechten

Teheran - Der frühere iranische Präsident Ali Akbar Hashemi Rafsanjani wird seinen Ausschluss von den Präsidentenwahlen am 14. Juni durch den Wächterrat nicht anfechten. Das erklärte sein Wahlkampfleiter, Es-Hagh Jahanguiri, am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur ISNA. Rafsanjani wird damit nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich an den Obersten Geistlichen Führer, Ayatollah Ali Khamenei zu wenden, der Einzige der die Entscheidung des Wächterrates revidieren könnte.

Demgegenüber protestierte der scheidende Präsident Mahmoud Ahmadinejad am Mittwoch gegen den Ausschluss seines engen Vertrauten und Wunschnachfolgers Esfandiar Rahim Mashaei von den Präsidentenwahlen. Er werde Khamenei um eine Intervention ersuchen, erklärte Ahmadinejad.

"Ich erachte Rahim Mashaei als guten Gläubigen, der qualifiziert und nützlich für das Land ist und den ich als Präsidentschaftskandidaten vorgeschlagen habe, aber er ist das Opfer einer Ungerechtigkeit geworden", sagte Ahmadinejad nach Angaben der Website des Präsidentenbüros. Er werde alles daran setzen, dass der Oberste Führer die Entscheidung des Wächterrates rückgängig macht. Ahmadinejad forderte seine Anhänger auf, geduldig zu sein.

Der iranische Wächterrat hatte am Dienstag den als Pragmatiker geltenden Rafsanjani und Ahmadinejads Schützling Mashaei von der Kandidatur für die Präsidentenwahlen ausgeschlossen. Auf der Liste der zugelassenen acht Bewerber befinden sich unter anderem der ehemalige Außenminister Ali Velayati und der Bürgermeister von Teheran, Mohammad Bagher Ghalibaf. Ebenfalls dabei sind Saeed Jalili, der als direkter Vertreter Khameneis Verhandlungsführer bei den internationalen Gesprächen über das umstrittene Atomprogramm des Landes ist. Neben fünf streng konservativen und zwei moderat konservativen Bewerbern wurde mit Mohammed Reza Aref nur ein politischer Reformer in die Endauswahl gelassen. (APA, 22.5.2013)

  • Irans scheidender Präsident Ahmadinejad will Wahlausschluss seines Günstlings anfechten.
    foto: epa/str

    Irans scheidender Präsident Ahmadinejad will Wahlausschluss seines Günstlings anfechten.

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