Europas Leitbörsen schließen fast ausschließlich im Plus

22. Mai 2013, 18:47
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Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke stützen - Eigenheimverkäufe in den USA unerwartet schwach gestiegen

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch fast ausschließlich mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich um 13,36 Einheiten oder 0,47 Prozent auf 2.835,01 Zähler.

Ben Bernanke versicherte heute vor dem US-Kongress, dass die Geldpolitik so lange wie nötig locker bleibt. Spekulationen über eine baldige Straffung der Geldpolitik entkräftete er und verwies auf die Risiken, die eine Lockerung mit sich bringen würde.

Konjunkturseitig standen am Nachmittag in den USA die Eigenheimverkäufe im Blick. Sie sind im April unerwartet schwach gestiegen. Die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser ist um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Volkswirte hatten allerdings mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent gerechnet.

In einem europäischen Branchenvergleich verdrängte die Gesundheitsindustrie mit plus 1,43 Prozent die Finanzdienstleister (plus 1,20 Prozent) von der Spitze. Der Bau- und Baumaterialiensektor ging an letzter Stelle mit minus 1,12 Prozent aus dem Handel.

Carrefour unter Gewinnern

Bei den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 konnten Carrefour (plus 4,70 Prozent) vor Intesa Sanpaolo (plus 2,60 Prozent) die größten Tagesgewinne verbuchen. Das untere Ende des Kurstableaus wurde von CRH (minus 2,68 Prozent) und Saint Gobain (minus 1,71 Prozent) angeführt.

Der französische Autobauer Peugeot treibt seine Sparpläne voran. Dazu will das angeschlagene Unternehmen einen Entwicklungs- und Verwaltungsstandort bei Paris schließen, wie aus einem internen Dokument hervorgeht. Die dort beschäftigten 660 Mitarbeiter sollten auf andere Standorte verteilt werden. Die Titel des Autobauers reagierten mit einem Tagesverlust von 1,86 Prozent und gingen auf 7,378 Euro aus dem Handel.

Bankerboni

Vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank am morgigen Donnerstag in Frankfurt am Main haben Kleinaktionäre die Vorstände zur Rückzahlung ihrer Boni aufgefordert. Angesichts der vielen Skandale müssten Banker ihre Boni zurückzahlen, "wenn sich Geschäfte als verlustreich herausgestellt haben", sagte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) der "Süddeutschen Zeitung". Die Aktien des Bankinstituts legten unbeeindruckt 1,43 Prozent auf 37,185 Euro zu.

Die Analysten von JPMorgan haben das Kursziel für die TUI-Aktien von 8,80 auf 10,0 Euro angehoben, die Einstufung allerdings auf "Neutral" belassen. Die überraschend klaren Strategieaussagen des neuen Unternehmenschefs Friedrich Joussen ist Hauptgrund für die Anhebung. Die Anteilsscheine des Reiseanbieters verteuerten sich um 0,80 Prozent auf 9,716 Euro.

Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für Societe Generale von 31 auf 32 Euro angehoben und die Einstufung auf "Equal Weight" belassen. Die Veräußerungen von Geschäftsbereichen geht laut Barclays-Experten gut voran. Die Titel von Societe Generale rangierten mit einem Kursgewinn von 0,41 Prozent auf 32,13 Euro. (APA, 22.5.2013)

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