Ägypten: Jihadisten ließen entführte Soldaten frei

22. Mai 2013, 09:16
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Befreiung ohne Gefechte und Blutvergießen

Kairo - Die auf dem Sinai entführten ägyptischen Soldaten und Polizisten sind nach einer Woche Geiselhaft wieder frei. Die Entführer ließen die sieben Männer in Al-Hafn im Süden der Provinzhauptstadt Al-Arish laufen. Für die Armee war der Aufenthaltsort der Geiseln eine Überraschung. Sie hatten am Dienstag damit begonnen, die weiter östlich an der Grenze zu Israel und dem Gazastreifen gelegenen Dörfer zu durchkämmen.

Der Sicherheitsdirektor der Provinz Nord-Sinai, General Samih Beshadi sagte, es habe keine Gefechte und kein Blutvergießen gegeben. Die Bemühungen der Sicherheitskräfte und örtlicher Stammesführer hätten zu einem friedlichen Ende der Geiselkrise geführt.

Freilassung von Jihadisten gefordert

Die Entführer werden dem Jihadisten-Milieu zugerechnet. Sie hatten mit der Geiselnahme versucht, die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen zu erzwingen. Die Verhandlungsführer der Regierung hatten dies abgelehnt. Sie boten stattdessen eine Verlegung der Häftlinge, die von der Sinai-Halbinsel stammen, in ein anderes Gefängnis an. Einige der Häftlinge sitzen wegen der Beteiligung an Terroranschlägen auf Touristen im Gefängnis, andere wegen eines Angriffs auf eine Polizeistation.

Die drei Polizisten und vier Soldaten waren am Donnerstag vergangener Woche auf dem Weg von der Grenzstadt Rafah nach Al-Arish verschleppt worden. Nach der Veröffentlichung einer Video-Aufnahme, in der die Geiseln Präsident Mohammed Mursi bitten, die Forderungen der Entführer zu erfüllen, damit ihnen nichts geschehe, war die islamistische Regierung unter Druck geraten. Mursi erlaubte einen Einsatz der Armee. Die Verlegung der Truppen musste mit Israel abgestimmt werden, da das Grenzgebiet nach dem Friedensabkommen von Camp David eine entmilitarisierte Zone ist.

Sicherheitslage angespannt

Seit den Massenprotesten, die im Februar 2011 zum Sturz des Langzeitpräsidenten Hosni Mubarak geführt hatten, hat sich die Sicherheitslage auf dem Sinai dramatisch verschlechtert, vor allem im Norden. In der Nacht auf Mittwoch wurde eine Kaserne der Ordnungspolizei in Rafah mit Panzerfäusten beschossen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurde keiner der Polizisten verletzt. Die Angreifer konnten unerkannt in die Wüste fliehen. (APA, 22.5.2013)

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